Palmer fordert radikale Bahn-Reformen: Soll der RE 6 zwischen Tübingen und Stuttgart gestrichen werden?
Selma SchmiedtPalmer fordert radikale Bahn-Reformen: Soll der RE 6 zwischen Tübingen und Stuttgart gestrichen werden?
Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer hat den unzuverlässigen Zugverkehr zwischen Tübingen und Stuttgart scharf kritisiert. Häufige Verspätungen veranlassten ihn, weitreichende Änderungen vorzuschlagen – darunter die vorübergehende Streichung einzelner Verbindungen der Deutschen Bahn, um die Pünktlichkeit zu verbessern. Verkehrsminister Winfried Hermann reagierte nun mit Plänen für einen stabileren Fahrplan ab 2026.
Palmers zentraler Vorschlag ist ein "überlappendes Wendesystem" in Tübingen: Dabei stünde stets ein Zug bereit, um pünktlich abzufahren – selbst wenn die ankommende Verbindung aus Stuttgart bis zu 40 Minuten Verspätung hat. Um dies umzusetzen, regte er an, den im Stundentakt verkehrenden RE 6 der Deutschen Bahn vorübergehend auf einen Zwei-Stunden-Takt zu reduzieren. Dadurch würden Personal und Züge für das neue System frei.
Hermann bestätigte, dass überlappende Wenden bereits im Fahrplanentwurf für Dezember 2026 vorgesehen sind. Zudem halte er eine Reduzierung des Angebots um ein Sechstel für vertretbar, sofern sich dadurch die Zuverlässigkeit erhöhe. Bis Ostern 2026 versprach er, in Tübingen stets einen Zug bereitstehen zu haben, der unabhängig von Verspätungen planmäßig abfährt.
Allerdings räumte Hermann ein, dass kurzfristige Lösungen unwahrscheinlich seien. Laufende Infrastrukturprojekte – darunter Stuttgart 21 – schränkten akute Verbesserungen ein. Gespräche mit DB Regio über mögliche Taktkürzungen würden noch geführt.
Ziel der geplanten Änderungen ist es, die Strecke Tübingen–Stuttgart bis Ende 2026 zu stabilisieren. Eine vorübergehende Reduzierung des RE 6 könnte die nötigen Ressourcen für zuverlässigere Abfahrten sichern. Nun sollen die Anpassungen gemeinsam mit DB Regio finalisiert werden.
