20 March 2026, 18:11

Patt nach Landtagswahl: Grünen und CDU ringen um Macht in Baden-Württemberg

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht vor dem Kanzleramt in Berlin mit Reportern, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Gebäuden im Hintergrund.

Skandalvorwurf vor Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Patt nach Landtagswahl: Grünen und CDU ringen um Macht in Baden-Württemberg

Landtagswahl in Baden-Württemberg endet mit seltenem Patt

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März endete mit einem seltenen Gleichstand: Sowohl die Grünen als auch die Christdemokraten (CDU) errangen jeweils 56 Sitze. Das Ergebnis folgte auf einen hitzigen Wahlkampf, der von einer Kontroverse um ein wiederaufgetauchtes Video des CDU-Landesvorsitzenden Manuel Hagel geprägt war. Dies löste Vorwürfe wegen Sexismus aus und führte zu einer öffentlichen Entschuldigung einer Grünen-Abgeordneten.

Mit 30,2 Prozent der Stimmen gingen die Grünen als stärkste Kraft hervor – knapp vor der CDU, die auf 29,7 Prozent kam. Beide Parteien regieren seit 2016 in einer Koalition, doch diesmal stocken die Sondierungsgespräche wegen inhaltlicher Differenzen.

Kurz vor der Wahl hatte die grüne Landtagsabgeordnete Zoe Mayer ein acht Jahre altes Video Hagels geteilt, in dem dieser bewundernde Bemerkungen über eine minderjährige Schülerin machte. Der Clip entfachte erneut die Debatte über Sexismus in der Politik. Später entschuldigte sich die Grünen-Politikerin Simone Fischer dafür, einen separaten Beitrag verbreitet zu haben, der Hagels Foto mit der Schlagzeile "Offizielle Verwarnung" und dem Text "Versteckt eure Kinder" zeigte. Sie bezeichnete den Post als unangemessen und bedauerte ihn – ein Schritt, der als Versuch gewertet wurde, vor den offiziellen Verhandlungen die Spannungen abzubauen.

Die CDU warf den Grünen daraufhin eine "schmutzige Kampagne" vor und vertritt seither eine harte Verhandlungslinie. Spitzenpolitiker wie Hagel und Guido Wolf betonen, sie würden keine Kernpositionen aufgeben oder ein "linksgerichtetes Koalitionsabkommen" akzeptieren. Zudem fordern sie vom grünen Co-Vorsitzenden Cem Özdemir, dass er sich an seine Wahlversprechen hält. Andernfalls fürchten sie weitere Verluste an die rechtspopulistische AfD, falls zu schnelle Kompromisse geschlossen würden. Die Blockade hat beide Seiten frustriert zurückgelassen, ohne dass bisher Fortschritte erzielt wurden.

Trotz der Spannungen haben die Grünen die CDU zu ersten Gesprächen eingeladen, um die Pattsituation zu überwinden und eine stabile Regierung zu bilden.

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Fischers Entschuldigung sollte zwar das Vertrauen vor den Verhandlungen wiederherstellen, doch die tiefen inhaltlichen Gräben bleiben bestehen. Da keine der beiden Parteien bereit ist, in zentralen Forderungen nachzugeben, bleibt der Weg zu einer neuen Koalitionsregierung in Baden-Württemberg ungewiss. Die offiziellen Gespräche laufen zwar weiter, doch eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

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