24 February 2026, 21:29

"Pinocchio"-Kommentar über Friedrich Merz bleibt ohne Folgen – wegen Meinungsfreiheit

Ein Mann in einem weißen Hemd und Brille spricht in ein Mikrofon, wahrscheinlich zur Entscheidung des Obersten Gerichtshofs über das Verbot der Verwendung des Obersten Gerichtshofs Indiens.

Staatsanwaltschaft: "Pinocchio"-Kritik an Merz zulässig - "Pinocchio"-Kommentar über Friedrich Merz bleibt ohne Folgen – wegen Meinungsfreiheit

Ein Facebook-Nutzer, der Bundeskanzler Friedrich Merz während dessen Besuchs in Heilbronn im Oktober 2025 als 'Pinocchio' bezeichnete, muss dennoch keine rechtlichen Konsequenzen befürchten. Die Behörden hatten den Kommentar zunächst untersucht, das Verfahren jedoch später eingestellt – mit Verweis auf die Meinungsfreiheit. Die Äußerung war eine von 38 Beiträgen, die nach einer Ankündigung der örtlichen Polizei auf Facebook über eine temporäre Flugsperre für den Kanzlerbesuch überprüft wurden. Der Post hatte knapp 400 Reaktionen ausgelöst. Der Streit begann, als die Heilbronner Polizei am 12. Oktober 2025 über Flugbeschränkungen während Merz' Besuch informierte. Unter den Kommentaren schrieb ein Nutzer: 'Pinocchio kommt nach HN' – eine Anspielung auf die literarische Figur, deren Nase bei jeder Lüge wächst. Der Beitrag wurde zusammen mit 37 weiteren wegen möglicher Straftatbestände gemeldet. Die Staatsanwaltschaft prüfte, ob der Spitzname gegen Beleidigungs- oder Verleumdungsgesetze verstieß. Schließlich kam sie jedoch zu dem Schluss, dass der Vergleich eines Politikers mit Pinocchio als 'zulässige Kritik an der Obrigkeit' unter den Schutz der Meinungsfreiheit falle. Zwei separate Ermittlungsverfahren zu dem Namen wurden aus demselben Grund eingestellt. Behörden bestätigten, dass nicht alle mit dem Facebook-Post zusammenhängenden Fälle abgeklärt seien. Die Figur Pinocchio, 1883 vom italienischen Schriftsteller Carlo Collodi erschaffen, gilt bis heute als weithin bekanntes Symbol für Unehrlichkeit. Die Entscheidung setzt ein Präzedenz für die Behandlung politischer Satire im deutschen Recht. Während einige Ermittlungen noch laufen, macht das Urteil deutlich, dass symbolische Vergleiche mit fiktiven Figuren als rechtmäßige Kritik gewertet werden können. Ob weitere Fälle ähnlich entschieden werden, ließen die Behörden offen.

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