Porsche stürzt in die Verlustzone: Warum die Verbrenner-Wette nach hinten losging
Sandro GutePorsche stürzt in die Verlustzone: Warum die Verbrenner-Wette nach hinten losging
Porsches Gewinne sind nach einer teuren Wette auf die Verlängerung der Verbrennermotoren-Produktion eingebrochen. Der Nettogewinn des Unternehmens nach Steuern sank 2025 um 91,4 Prozent – am Jahresende blieb kaum noch etwas übrig. Steigende Kosten und sich wandelnde Marktnachfrage setzen den Sportwagenhersteller stark unter Druck.
Jahre lang hatte Porsche auf Elektrofahrzeuge gesetzt und mit einem raschen Umdenken der Käufer gerechnet. Zwischen 2021 und 2025 stieg der Anteil der E-Auto-Verkäufe in Schlüsselmärkten wie Deutschland, den USA und China von unter fünf auf 25 bis 30 Prozent der Gesamtauslieferungen. Modelle wie der Taycan und der Macan Electric trieben das Wachstum voran – besonders in Deutschland, wo der E-Auto-Anteil im selben Zeitraum von drei auf 28 Prozent kletterte. Doch viele Sportwagenkäufer blieben traditionellen Antrieben treu, sodass das Unternehmen weiterhin in Verbrennertechnologie investieren musste.
Die Entscheidung, die Produktion von Verbrennermotoren zu verlängern, kam Porsche teuer zu stehen. Milliardenausgaben für die Aufrechterhaltung älterer Baureihen fraßen den Großteil der Gewinne auf. Gleichzeitig brachen die Verkäufe in China ein, und höhere US-Zölle verschärften die finanzielle Belastung. Bis Ende 2025 stürzte der Nettogewinn auf nur noch 310 Millionen Euro ab.
Für 2026 rechnet Porsche mit einem weiteren Rückgang der Verkäufe. Dennoch erwartet das Unternehmen eine Erholung der Profitabilität und peilt eine Marge von über fünf Prozent an. Die Herausforderung besteht nun darin, die elektrischen Ambitionen mit der nach wie vor bestehenden Nachfrage nach benzinbetriebenen Fahrzeugen in Einklang zu bringen.
Porsches Fehleinschätzung beim Tempo der E-Auto-Nachfrage hat schwere Verluste und schrumpfende Gewinnspannen hinterlassen. Da die Produktion von Verbrennermotoren weiterhin kostspielig ist und die Verkäufe unter Druck stehen, muss die Marke nun ihre Strategie anpassen. Das Ziel bleibt klar: die Profitabilität wiederherstellen – in einem gespaltenen Markt.
