Revolutionäres Steppwelder-Verfahren macht Aluminium-Schweißen schneller und sauberer
Sandro GuteRevolutionäres Steppwelder-Verfahren macht Aluminium-Schweißen schneller und sauberer
Forscher der Universität Stuttgart haben ein neues Schweißverfahren namens Steppwelder entwickelt. Das System nutzt robotergestütztes Rührreibschweißen, um hochfeste Aluminiumlegierungen schneller als bisher zu verbinden – und das ohne schwere externe externe festplatte, was es leichter und flexibler für den industriellen Einsatz macht.
Das Steppwelder-System verfügt über eine Schweißpistole mit einem aktiv beweglichen, integrierten Gegenhalter. Diese Konstruktion ermöglicht den Einsatz auf Standard-6-Achs-Industrierobotern, sodass sperrige externe Vorrichtungen entfallen. Das Verfahren erzeugt hochfeste Verbindungen in Rekordzeit: Eine 50 Zentimeter lange Naht wird in nur 1,5 bis 2 Sekunden fertiggestellt.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Schweißmethoden entstehen dabei weder Rauch, Spritzer noch Abfall. Zudem werden keine Zusatzmaterialien benötigt, und der Energieverbrauch ist äußerst gering. Dank des "Steppstich-Naht-Prinzips" ermöglicht die Technologie flexibles 2D- und 3D-Schweißen – ideal für komplexe Formen wie Batteriegehäuse oder große Gussteile.
Mit einer Förderung von rund 1,4 Millionen Euro (ca. 1,66 Millionen US-Dollar) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) soll das Verfahren bis Juni 2026 marktreif sein. Mögliche Anwendungsbereiche liegen in der Automobil-, Luftfahrt- und Maschinenbauindustrie, auch wenn bisher noch kein Unternehmen konkrete Pläne zur Übernahme bekannt gegeben hat.
Steppwelder könnte die Fertigung hochfester Aluminiumbauteile revolutionieren. Durch seine Geschwindigkeit, Energieeffizienz und Emissionsfreiheit bietet es eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Schweißverfahren. Die Technologie soll in zwei Jahren auf den Markt kommen – vorausgesetzt, die Entwicklung schreitet planmäßig voran und die Industrie zeigt Interesse an einer Übernahme.
