24 February 2026, 02:25

Rolf Benz wird wieder deutsch – Traditionsträger kehrt heim in die Heimat

Ein Schwarz-Weiß-Bild eines Gebäudes mit dem Text "Ludwig Krumm Lederpflegewerke, Gerbereien & Fabriken, Offenbach, Deutschland" darauf.

Rolf Benz wird wieder deutsch – Traditionsträger kehrt heim in die Heimat

Rolf Benz kehrt nach acht Jahren unter chinesischer Führung in deutschen Besitz zurück

Der deutsche Premium-Möbelhersteller Rolf Benz wird nach acht Jahren unter chinesischer Kontrolle wieder von deutschen Eigentümern geführt. Eine Gruppe lokaler Unternehmer unter der Führung von Frank Niehage hat das Unternehmen übernommen. Der Deal markiert einen Neuanfang für die Marke, die seit Langem für ihre hochwertigen Polstermöbel und modularen Sofadesigns bekannt ist.

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Das 1964 gegründete Unternehmen ist eine feste Größe in der europäischen Einrichtungsszene – seine Möbelstücke wurden sogar im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt und waren in beliebten deutschen TV-Formaten wie Wetten, dass..? und Die Rote Couch zu sehen.

2016 an chinesische Investoren verkauft, wird Rolf Benz nun von einem deutschen Konsortium gesteuert. Niehage, ehemaliger CEO von Flatex Degiro und aktueller Chef der Softwarefirma Darvis, übernimmt als größter Anteilseigner den Vorsitz des Aufsichtsrats. Der bisherige Geschäftsführer Jürgen Mauss und Finanzvorstand Jens Hoffmann bleiben in ihren Positionen und erhalten Minderheitsbeteiligungen am Unternehmen.

Rolf Benz betreibt zwei Werke in Baden-Württemberg mit fast 500 Beschäftigten. Die neuen Eigentümer haben zugesichert, die Produktion in Deutschland zu belassen und den Ruf der Marke für höchste Qualität zu bewahren. 2021 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 75 Millionen Euro bei einem bescheidenen Nettogewinn von 124.000 Euro. Zwar wurden die finanziellen Details der Übernahme nicht bekannt gegeben, doch Berichten zufolge hatte der chinesische Käufer 2018 etwa 42 Millionen Euro gezahlt.

Der Firmengründer Rolf Benz verstarb im Januar 2025 im Alter von 91 Jahren. Sein Unternehmen hatte sich in Europa eine stabile Nische erarbeitet und in den vergangenen fünf Jahren jährlich Umsätze zwischen 100 und 120 Millionen Euro erzielt. Mehr als die Hälfte der Erlöse stammt aus Exporten, vor allem nach Westeuropa.

Anders als Großkonzerne wie Ceconomy (Eigentümer von MediaMarkt) oder Atomic (Skiausrüstung) hat sich Rolf Benz auf ein spezialisiertes Marktsegment konzentriert. Sein Ruf gründet auf handwerklicher Präzision und dem Siegel "Made in Germany", was ihm einen Platz unter den führenden Möbelherstellern Europas sichert.

Die Übernahme sichert Rolf Benz eine Zukunft unter deutscher Führung – bei gleichzeitiger Erhaltung der Produktionsstandorte und Arbeitsplätze. Die hochwertigen Möbel, die in Museen und Medien Anerkennung finden, werden weiterhin in Baden-Württemberg gefertigt. Mit Niehage an der Spitze strebt die Marke an, ihre Position im Premium-Möbelmarkt zu halten.