Schloss Marienburg sagt Adventsöffnungen wegen Überlastung kurzfristig ab
Sandro GuteSchloss Marienburg sagt Adventsöffnungen wegen Überlastung kurzfristig ab
Schloss Marienburg, eine historische Stiftung mit Verbindung zur Welfen-Dynastie, sagt geplante Advents-Wochenendöffnungen ab. Die Entscheidung folgt auf einen unerwarteten Besucherandrang, der die Kapazitäten der Anlage überlastete. Das ursprünglich wegen Renovierungsarbeiten geschlossene Schloss hatte zuletzt als Drehort für die Jugendserie Maxton Hall Aufmerksamkeit erregt.
Das einst im Besitz von Ernst August, Prinz von Hannover, stehende Schloss war 2004 von seinem Sohn, Ernst August Junior, an eine Stiftung übertragen worden. 2019 sorgte es für Schlagzeilen, als der jüngere Ernst August das Anwesen gegen den Willen seines Vaters für einen symbolischen Euro an öffentliche Träger verkaufen wollte.
Kürzlich öffnete das Schloss für kurze Zeit wieder für Besucher – und lockte an einem einzigen Sonntag rund 6.000 Menschen an, obwohl nur 400 erwartet worden waren. Aufgrund des massiven Zustroms stuften die Behörden die Infrastruktur und Zufahrtswege für die geplanten Öffnungstermine am 29.–30. November und 6.–7. Dezember als nicht mehr sicher ein. Bereits in diesem Jahr hatte die Bauaufsicht Innenräume schließen lassen, nachdem im Dachstuhl Hausschwamm entdeckt worden war. Trotz der Bauschäden hatte die Stiftung dem Maxton-Hall-Filmteam eine Sondergenehmigung erteilt, das Schloss während der Sanierung zu nutzen. Angesichts der nun priorisierten Sicherheitsbedenken wurden jedoch sämtliche verbleibenden Advents-Wochenendöffnungen abgesagt.
Betroffen sind zwei geplante Wochenenden, die Besucher in der Vorweihnachtszeit willkommen heißen sollten. Die Stiftung hat bisher keine Ersatztermine oder Maßnahmen zur Behebung der strukturellen Probleme und Besucherlenkung bekannt gegeben. Bis auf Weiteres bleibt Schloss Marienburg für die Öffentlichkeit geschlossen.
