26 February 2026, 10:38

Sexismus-Vorwurf gegen CDU-Kandidat Hagel belastet Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg

Ein Plakat mit der Aufschrift 'Toiletten sind geschlechtsneutral' betont die Bedeutung des Geschlechts auf der Toilette.

Sexismus-Vorwurf gegen CDU-Kandidat Hagel belastet Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg

Eine sexistische Äußerung des CDU-Politikers Manuel Hagel aus dem Jahr 2018 ist kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg wieder aufgeflammt. Der Streit begann, nachdem die Grünen-Politikerin Zoe Mayer die Kommentare auf Instagram geteilt hatte – und damit die Kritik an Hagels Frauenbild neu entfacht wurde. Der Vorfall hat eine breitere Debatte über Sexismus in der Politik und den Umgang mit jungen Frauen im öffentlichen Leben ausgelöst.

Hagel, der heute als CDU-Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten antritt, hatte die Äußerungen damals als "Quatsch" abgetan – eine Reaktion, die selbst seine damalige Ehefrau verärgert hatte. Acht Jahre später wirkt der Eklat nach und prägt weiterhin die Diskussionen über politische Verantwortung und Gleichberechtigung.

Auslöser der Kontroverse war ein Interview aus dem Jahr 2018, in dem Hagel von einem Schulbesuch berichtete. Vor einer Klasse, die "zu 80 Prozent aus Mädchen" bestand, habe er scherzhaft gesagt, der Termin sei "für einen 29-jährigen Politiker nicht so schlimm" gewesen. Anschließend hob er eine Schülerin namens Eva hervor und machte anzügliche Bemerkungen über ihr Aussehen.

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Damals begann Hagel seine Entschuldigung mit dem Wort "Mist" – eine Haltung, die bei seiner Frau auf Unverständnis stieß. Nun, im Wahlkampf um das Ministerpräsidentenamt, lenkt er den Fokus auf seine Rolle als Vater und Familienmensch und versucht, sich von den alten Äußerungen zu distanzieren.

Die erneute Verbreitung der Kommentare durch Mayers Instagram-Post hat die Kritik weiter verschärft. Während Cem Özdemir Hagel in Schutz nahm, nutzte Mayer den Moment, um auf die generelle Einschüchterung von Frauen in der Politik hinzuweisen. Kritiker monieren, dass solche Äußerungen in lockeren Runden nach wie vor verbreitet seien und tiefsitzende sexistische Einstellungen widerspiegeln.

Die zeitliche Nähe zur Landtagswahl wirft zudem Fragen zur Stabilität der schwarz-grünen Koalition auf. Angesichts einer zunehmenden Rechtsverschiebung in der politischen Debatte warnen Beobachter, dass sexistische Sprache weiter normalisiert werden könnte – sofern sie nicht von männlichen Führungspersönlichkeiten konsequent zurückgewiesen wird.

Der Vorfall setzt Hagels Kandidatur unter erneuten Druck; Gegner stellen seine Eignung für das Spitzenamt infrage. Die Diskussion geht dabei über sein persönliches Verhalten hinaus und berührt die Frage, wie Parteien mit Sexismus umgehen und junge Frauen in öffentlichen Positionen unterstützen. Mit der nahenden Wahl könnte der Eklat die Wählerwahrnehmung von CDU und Koalitionspartnern beeinflussen.