Steuerreform in Deutschland: Warum Geringverdiener kaum entlastet werden
Gretel BirnbaumSteuerreform in Deutschland: Warum Geringverdiener kaum entlastet werden
Deutschland steht unter wirtschaftlichem Druck, während die rechtspopulistische AfD an Zuspruch gewinnt. Die Regierung hat versprochen, die finanzielle Belastung für Gering- und Mittelverdiener zu verringern. Doch bei knappen Haushaltsmitteln und steigenden Sozialkosten gestaltet sich die Suche nach der richtigen Lösung schwierig.
Die Regierung plant eine Reform der Einkommensteuer, um Entlastung zu schaffen. Im progressiven deutschen Steuersystem zahlen Spitzenverdiener bereits den größten Anteil – 93,5 Prozent aller Einkommensteuern stammen von der wohlhabenderen Hälfte der Bevölkerung. Steuersenkungen würden daher vor allem Besserverdienern zugutekommen, während Geringverdiener kaum profitieren würden.
Sozialabgaben belasten Gering- und Mittelverdiener jedoch stärker als die Einkommensteuer. Krankenversicherungsbeiträge und Rentenabgaben fressen einen größeren Teil ihres Lohns. Angesichts der alternden Bevölkerung Deutschlands werden diese Kosten weiter steigen und die Last für diejenigen erhöhen, die es sich am wenigsten leisten können.
Eine Senkung der Krankenkassenbeiträge könnte gezieltere Entlastung für Haushalte in Not bringen. Doch im Bundeshaushalt gibt es kaum Spielraum für größere Steuersenkungen. Auch eine Reduzierung der Einkommensteuer würde die Einnahmen von Ländern und Kommunen schmälern – mit dem Risiko von Lücken in der öffentlichen Daseinsvorsorge.
Die geplante Steuerreform der Regierung zielt zwar auf die Entlastung von Geringverdienern ab, doch die größten finanziellen Belastungen entstehen durch die Sozialbeiträge. Ohne zusätzliche Mittel bleibt eine spürbare Entlastung ungewiss. Unterdessen befeuern wirtschaftliche Sorgen weiterhin die politischen Verschiebungen im Land.






