26 April 2026, 22:12

Streit um Cannabis-Rezepte: Bundesregierung ringt um schärfere Regeln

Blauer Hintergrund mit fetter weißer Schrift, die "Gesetzgeber verlangen seit 33 Jahren die Erlaubnis für Medicare, um Preise von Arzneimitteln auszuhandeln" und ein Logo unten.

Streit um Cannabis-Rezepte: Bundesregierung ringt um schärfere Regeln

Die deutsche Bundesregierung diskutiert schärfere Regeln für die Verschreibung von medizinischem Cannabis. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will Online-Rezepte und den Versandhandel beenden. Doch innerhalb der Koalition gibt es weiterhin Uneinigkeit darüber, wie weit die Einschränkungen gehen sollen.

Der Kabinettsentwurf für ein Cannabisgesetz stößt in seiner aktuellen Fassung auf Widerstand. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Serdar Yüksel, betont, dass die Telemedizin längst etabliert sei und nicht pauschal verboten werden dürfe. Digitale Rezepte seien unverhandelbar, da sie unter EU-Recht fielen, argumentiert er.

Yüksel verteidigt zudem die Therapiefreiheit der Ärztinnen und Ärzte. Schmerzen seien individuell sehr unterschiedlich, daher dürften Regelungen nicht zu starr werden, so seine Begründung. Gleichzeitig verspricht er strengere Kontrollen, um eine fundierte Arzt-Patienten-Beziehung und ausführliche Anamnesen sicherzustellen.

Der CDU-Politiker Dr. Thomas Pauls erkennt die Notwendigkeit eines Ausgleichs an. Er spricht von einem "Abwägungsprozess" zwischen verschärften Kontrollen und der Bewahrung der Flexibilität für Ärzte. Unterdessen schlägt Dr. Christiane Neubaur Modellprojekte vor, in denen bestimmte Cannabisprodukte rezeptfrei in Apotheken erhältlich wären.

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Einig sind sich alle Fraktionen in der Ablehnung von "Klick-Rezepten". Beide Seiten verurteilen die Praxis, bei der Patientinnen und Patienten Medikamente in nur 30 Sekunden erhalten können.

Ohne Änderungen könnte der Gesetzentwurf im Parlament keine Mehrheit finden. Wird er verabschiedet, würde er die Verschreibungsregeln verschärfen, aber bestimmte telemedizinische Optionen erhalten. Das Ergebnis wird entscheiden, wie Patientinnen und Patienten künftig Zugang zu medizinischem Cannabis erhalten.

Quelle