Streit um geplante Abschiebungen nach Syrien: CDU fordert Rückführungen, Linke warnt vor Gefahr
Sandro GuteStreit um geplante Abschiebungen nach Syrien: CDU fordert Rückführungen, Linke warnt vor Gefahr
Ein Streit ist über Pläne entbrannt, syrische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückzuführen. Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU in Baden-Württemberg, besteht darauf, dass Abschiebungen beginnen sollten, während Cansu Özdemir von der Linken darauf pocht, dass Syrien weiterhin unsicher sei. Die Debatte folgt einem Koalitionsvertrag, der unter bestimmten Bedingungen Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan zulässt.
Das von Alexander Dobrindt geführte Bundesinnenministerium hat bereits Gespräche mit den Taliban in Afghanistan aufgenommen. Beamte erwarten nun bis Jahresende eine ähnliche Vereinbarung mit Syrien. Hagel unterstützt diesen Ansatz und beruft sich auf deutsche Gerichtsurteile, die Rückführungen bei individueller Prüfung erlauben. Er vergleicht Syriens mögliche Erholung mit dem Nachkriegsdeutschland und argumentiert, dass ein Wiederaufbau möglich sei.
Hagel betont zudem, dass humanitärer Schutz nicht dauerhaft sei – insbesondere nicht für Straftäter. Özdemir lehnt Abschiebungen jedoch vehement ab und bezeichnet die Politik als weder wertebasiert noch realistisch. Sie verweist auf die anhaltende Gewalt und den Einfluss von Gruppen wie Hay'at Tahrir al-Sham und besteht darauf, dass Syrien keine sicheren oder würdigen Lebensbedingungen bieten könne.
Die Uneinigkeit erstreckt sich auch auf Außenminister Johann Wadephul, dessen Position Hagel in dieser Frage widerspricht. Özdemir hingegen verteidigt Wadephuls Haltung und warnt vor Absprachen mit islamistischen Gruppierungen. Der Koalitionsplan sieht vor, zunächst Straftäter und Sicherheitsrisiken abzuschieben.
Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob Syrien stabil genug für Rückführungen ist. Die Regierung beruft sich auf rechtliche und sicherheitspolitische Gründe, während Kritiker die Bedingungen weiterhin als zu gefährlich ansehen. Abschiebungen würden zwar nur nach Einzelfallprüfungen erfolgen, doch Oppositionspolitiker halten die Pläne für moralisch und praktisch nicht vertretbar.
