Stuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – Kosten explodieren auf über 11 Milliarden Euro
Selma SchmiedtStuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – Kosten explodieren auf über 11 Milliarden Euro
Die vollständige Inbetriebnahme von Stuttgart 21 verzögert sich nun bis 2031 – fünf Jahre später als das letzte überarbeitete Ziel. Damit beträgt die Verspätung zwölf Jahre gegenüber der ursprünglich geplanten Fertigstellung. Die Kosten sind inzwischen auf über 11 Milliarden Euro explodiert, was das Projekt zu einem bundesweit scharf kritisierten Debakel gemacht hat.
Stuttgart 21 sollte Deutschlands erstes vollständig digitalisiertes Großprojekt im Schienenverkehr werden, ausgestattet mit ETCS und digitalen Stellwerken. Doch über 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen wurden von der Deutschen Bahn fehlerhaft verlegt. Der Grund: Die Verlegung begann, bevor die endgültigen technischen Pläne für die neue Signaltechnik vorlagen. Die notwendige Nachbesserung treibt nun Verzögerungen und Kosten weiter in die Höhe.
Hinzu kommen Mängel bei der Notstromversorgung sowie Baufehler auf Bahnsteigen und Bodenbelägen. Diese Probleme machten das bisherige Ziel einer Teilinbetriebnahme 2026 unmöglich. Allein die Installation von 450 neuen Signalen wird voraussichtlich rund 45 Millionen Euro kosten. Da Güterzüge ohne ETCS weiterhin auf den Außenstrecken verkehren müssen, bleiben konventionelle Signale parallel zu den digitalen Systemen erhalten.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir bezeichnete Stuttgart 21 als „nationalen Witz in Zeitlupe“. Er fordert von der Deutschen Bahn klare Aufklärung. Die Stadt Stuttgart hatte für fast 460 Millionen Euro 109 Hektar freigewordenes Bahnareal erworben, um neue Wohn- und Stadtquartiere zu entwickeln. Auch diese Pläne verzögern sich nun wegen der Projekt-Rückschläge.
Die vollständige Fertigstellung von Stuttgart 21 wird erst 2031 erfolgen. Die explodierenden Kosten und wiederholten Verzögerungen stoßen auf massive Kritik. Die Fehler bei der Verkabelung, der Stromversorgung und der Bauausführung zwingen zu weiteren Anpassungen von Zeitplan und Budget.






