Südwestdeutsche Sparer leiden unter mageren Zinsen bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken
Oswin BolanderRegionalbanken zahlen oft nur geringe Zinsen auf Sparbücher - Südwestdeutsche Sparer leiden unter mageren Zinsen bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken
Sparer in Südwestdeutschland erhalten einige der niedrigsten Zinsen des Landes
Eine neue Analyse zeigt: Viele regionale Banken zahlen auf Tagesgeldkonten kaum noch Zinsen. Gleichzeitig bieten Filialbanken und Festgeldanlagen in anderen Regionen deutlich bessere Renditen.
In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zahlen 19 von 48 Sparkassen sowie 30 von 89 Genossenschaftsbanken auf Tagesgeldkonten gar keine oder fast keine Zinsen. Im Schnitt bringen diese Konten bei Sparkassen nur 0,35 Prozent und bei Genossenschaftsbanken 0,37 Prozent ein – ein deutlicher Kontrast zu bundesweit tätigen Banken, die im Durchschnitt 1,28 Prozent zahlen, also mehr als das Dreifache.
Über 40 Prozent der Sparkassen und 34 Prozent der Genossenschaftsbanken in der Region bieten Zinssätze zwischen 0 und 0,25 Prozent. Selbst bei Festgeldanlagen hinkt die Region hinterher: Die Renditen liegen hier etwa ein Fünftel unter den bundesweiten Angeboten. Die beste lokale Zweijahres-Festgeldanlage bringt 2,00 Prozent – angeboten von 1822direkt, einer Tochter der Volksbank, die nicht nur im Südwesten aktiv ist.
Bundesweit gibt es Festgeldanlagen mit bis zu 2,60 Prozent. Bei einer Anlage von 10.000 Euro über zwei Jahre könnte dieser Unterschied Sparern 192 Euro mehr einbringen als der regionale Durchschnitt. Auch Anpassungen der Tagesgeldzinsen wirken sich stark auf die Kosten der Banken aus – und damit auf Neu- und Bestandskunden.
Die Kluft zwischen regionalen und bundesweiten Zinsen lässt Sparern im Südwesten kaum Spielraum. Während lokale Banken kaum Rendite bieten, gibt es anderswo bessere Konditionen. Wer bereit ist, über den Tellerrand der Hausbank hinauszuschauen, findet noch attraktive Zinsen.
