Traditionsverein Die Allerscheenste pausiert wegen Mitgliederschwunds bis 2027
Oswin BolanderTraditionsverein Die Allerscheenste pausiert wegen Mitgliederschwunds bis 2027
Eine der ältesten Mainzer Karnevalsgesellschaften, Die Allerscheenste, hat eine vorübergehende Pause ihrer traditionellen Sitzungen bekannt gegeben. Die 1986 gegründete Gruppe setzt ihre Veranstaltungen Karneval 2025 und Karneval 2026 aus – Grund ist ein schwindender Mitgliederbestand. Für Karneval 2027 ist unter neuer Führung jedoch ein Comeback geplant.
Die Gesellschaft, bekannt für ihre scharfzüngigen Reden und ihr Clown-Symbol, kämpft seit Langem mit einer überalterten Mitgliederschaft. Das Durchschnittsalter liegt mittlerweile bei über 70 Jahren, sodass zu wenige Aktive übrig bleiben, um regelmäßige Treffen aufrechtzuerhalten. Jahrzehntelang fanden die Sitzungen im Augustinerkeller in der Mainzer Altstadt statt, wobei die Redner ehrenamtlich auftraten.
Holger Bartz hat Karin Junker abgelöst, die den Verein 14 Jahre lang geleitet hatte. Sein Ziel ist es, Die Allerscheenste neu zu beleben und ihren Platz in der Mainzer Karnevalskultur zu sichern. Die Mitgliedschaft kostet lediglich 1,11 Euro im Monat, die Treffen finden alle drei Wochen im Augustinerkeller statt.
Jährlich verleiht die Gesellschaft den Aller-Allerscheenste-Preis an verdiente Persönlichkeiten des Mainz 05 Karnevals. Trotz der Pause hoffen die Organisatoren, das Interesse neu zu wecken und Karneval 2027 wieder in vollem Umfang aktiv zu sein.
Die zweijährige Unterbrechung bedeutet einen seltenen Einschchnitt für einen Verein mit tiefen Wurzeln in der lokalen Tradition. Ohne Nachwuchs hing die Zukunft der Gesellschaft von dieser schwierigen Entscheidung ab. Gelingen die Wiederbelebungsversuche, könnte Die Allerscheenste ihre Rolle als fester Bestandteil des Mainz 05 Karnevals zurückgewinnen.
