Ulm startet Milliardenprojekt: Brücke, Tunnel und jahre lange Umbauten für die B10
Gretel BirnbaumUlm startet Milliardenprojekt: Brücke, Tunnel und jahre lange Umbauten für die B10
Ulm startet eines seiner größten Bauvorhaben mit Spatenstich am Sonntag, 30. November 2025
Mit einem feierlichen Spatenstich hat Ulm am Sonntag eines seiner ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte eingeläutet. Das Vorhaben umfasst den Neubau der Wallstraße-Brücke, den Blaubeurer-Tor-Tunnel sowie eine grundlegende Umgestaltung des Blaubeurer Rings. Anwohner versammelten sich unter der Brücke zu einem Bürgerfest, um den Baubeginn für das zukünftige Verkehrsnetz der Stadt zu begehen.
Ab Montag, 1. Dezember 2025, beginnen die Abrissarbeiten an der westlichen Wallstraße-Brücke und der Brücke am Blaubeurer Tor. Die Firma Max Wild GmbH mit Sitz in Berkheim (Baden-Württemberg) zeichnet für die Demontage verantwortlich. Die westliche Wallstraße-Brücke soll bis April 2026 vollständig abgerissen sein, die Abrissarbeiten am Blaubeurer Tor dauern voraussichtlich bis Herbst 2026.
Herzstück des Projekts ist ein 200 Meter langer Tunnel, der die bestehende Brücke östlich des Blaubeurer Tors ersetzen wird. Zudem wird der aktuelle Ringverkehr zurückgebaut, um Platz für zwei neue lichtsignalgeregelte Kreuzungen zu schaffen. Die Umbaumaßnahmen werden jedoch jahrelang zu erheblichen Verkehrseinschränkungen führen: Rund 30.000 Fahrzeuge täglich müssen Umleitungen nutzen. Ausweichrouten führen über den Berliner Ring, die Stuttgarter Straße und die Heidenheimer Straße. Um die Belastung zu verringern, wird der ÖPNV samstags bis Jahresende kostenlos sein.
Die komplette Erneuerung der B10 soll bis Ende 2029 abgeschlossen werden – rechtzeitig zur Landesgartenschau 2030 in Ulm. Das Vorhaben wird teilweise mit 105 Millionen Euro vom Land gefördert; die Gesamtkosten belaufen sich auf über 300 Millionen Euro. Nach Fertigstellung soll die B10 für Jahrzehnte eine sicherere und leistungsfähigere Verkehrsachse bieten.
Bis 2029 wird die B10 das Verkehrsnetz Ulms neu prägen. Um die Einschränkungen zu bewältigen, hat die Stadt Umleitungen und kostenlose Wochenendfahrten im ÖPNV organisiert. Die Verantwortlichen streben an, die Arbeiten vor der Landesgartenschau 2030 abzuschließen – und damit eine jahrzehntelange Umbruchsphase für die Region erfolgreich abzuschließen.
