24 January 2026, 10:12

Verfassungsschutz beobachtet zwei Freikirchen – und erntet heftige Kritik an Prioritäten

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer StraßenSzene in Heidelberg, Deutschland, mit der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit im Hintergrund, umgeben von Gebäuden, Menschen, Tieren, Bäumen und einem Himmel, mit Text unten, der besagt: "Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit im alten Stadtkern von Heidelberg, Deutschland".

Verfassungsschutz beobachtet zwei Freikirchen – und erntet heftige Kritik an Prioritäten

Verfassungsschutz Baden-Württemberg beobachtet zwei Freikirchen – Kritik an Prioritäten

Das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg (LfV) beobachtet derzeit zwei Freikirchen in der Region. Der Schritt hat online eine Debatte ausgelöst, in der Kritiker die Schwerpunktsetzung der Behörde infrage stellen. Gleichzeitig betonen Beamte, dass die Bekämpfung islamistischer Gefahren weiterhin höchste Priorität habe.

Das LfV bestätigte, dass es die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Riedlingen und die Baptistengemeinde „Verlässliches Wort“ in Pforzheim im Blick behält. Es handele sich um die einzigen beiden Freikirchen unter Beobachtung – entgegen früherer Spekulationen über weitere Gruppen. Die Behörde stellte klar, dass weder das Netzwerk Bibeltreuer Christen unter der Leitung von Jakob Tscharntke noch andere namentlich nicht genannte Gruppierungen überwacht würden.

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Ein Tweet des Nutzers @queru_lant kritisierte das LfV dafür, sich auf christliche Freikirchen statt auf islamistische Bedrohungen zu konzentrieren. Der Beitrag verbreitete sich rasant und wurde hunderte Male in sozialen Medien geteilt. Ein Sprecher des LfV entgegnete darauf, dass islamistische Netzwerke nach wie vor engmaschig beobachtet würden. Die Behörde überwacht islamistische Gruppen in Baden-Württemberg bereits seit Jahren. Stand Januar 2026 stuft sie die Gefahr durch dschihadistische Akteure weiterhin als hoch ein. Diese Einschätzung führt zu einer kontinuierlichen und ressourcenintensiven Beobachtung der Szene.

Das LfV hält an seiner doppelten Ausrichtung fest: Sowohl Freikirchen als auch islamistische Strukturen stehen im Fokus. Beamte betonten erneut, dass erhebliche Personalkapazitäten in die Abwehr dschihadistischer Risiken fließen. Die Diskussion über die richtigen Überwachungsprioritäten ebbt indes nicht ab.