Warum internationale Studierende Deutschlands Fachkräftemangel lösen könnten – und was sie dafür brauchen
Selma SchmiedtWarum internationale Studierende Deutschlands Fachkräftemangel lösen könnten – und was sie dafür brauchen
Deutschland setzt zunehmend auf internationale Studierende, um den wachsenden Fachkräftemangel zu bekämpfen. Da über die Hälfte von ihnen MINT-Fächer studieren, stellen diese Absolventinnen und Absolventen einen wertvollen Pool zukünftiger Arbeitskräfte dar. Doch ihr Erfolg auf dem Arbeitsmarkt hängt von mehr ab als nur von ihrem akademischen Abschluss.
Neue Studien zeigen, dass internationale Studierende, die länger in Deutschland bleiben und ihre Deutschkenntnisse verbessern, deutlich bessere Berufsaussichten haben. Selbst wenn eine Stelle auf Englisch ausgeführt wird, bleibt fließendes Deutsch ein entscheidender Faktor für die Jobsuche. Wer zudem Praktika absolviert, praxisnahe Abschlussarbeiten in Kooperation mit Unternehmen schreibt oder in studienrelevanten Nebenjobs arbeitet, erhöht seine Chancen auf einen Berufseinstieg nach dem Studium deutlich.
Dagegen haben es Studierende, die aufgrund finanzieller Zwänge in fachfremden Minijobs arbeiten müssen, schwerer, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das Land verfolgt mittlerweile einen „Studieren-um-zu-bleiben“-Ansatz und will qualifizierte Absolventinnen und Absolventen langfristig halten – statt sie als temporäre Gäste zu betrachten. Dieser Wandel spiegelt einen größeren Trend wider: Universitäten werden zunehmend als Teil des deutschen Fachkräfteeinwanderungssystems gesehen.
Die Zahlen unterstreichen die Vorteile eines Studiums in Deutschland. Internationale Absolventen hiesiger Hochschulen finden dreimal häufiger eine Anstellung als Migrantinnen und Migranten, die direkt zur Arbeitsaufnahme einreisen. Rund 26 Prozent der befragten Studierenden hatten zunächst nur einen kurzen Aufenthalt geplant, entschieden sich nach dem Berufseinstieg aber für einen langfristigen Verbleib.
Aktuell fehlen in Deutschland 148.500 MINT-Fachkräfte, und in den nächsten zehn Jahren wird ein Rückgang der Erwerbsbevölkerung um 1,85 Millionen erwartet. Die Bindung internationaler Studierender könnte helfen, diese Lücken zu schließen. Ihre Integration in den Arbeitsmarkt hängt dabei von Sprachkompetenz, relevanter Berufserfahrung und gezielter Unterstützung während des Studiums ab.






