Wegners Tennis-Spiel während des Berliner Stromausfalls löst Rücktrittsforderungen aus
Sandro GuteKann ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen? Aber ja! - Wegners Tennis-Spiel während des Berliner Stromausfalls löst Rücktrittsforderungen aus
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät nach Tennis-Spiel während großflächigem Stromausfall in die Kritik
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat scharfe Kritik geerntet, nachdem er während eines massiven Stromausfalls am vergangenen Wochenende Tennis gespielt hatte. Rund 100.000 Haushalte im Südwesten der Stadt waren am Samstagmorgen ohne Strom, was eine politische Debatte auslöste. Während Einsatzkräfte daran arbeiteten, die Versorgung wiederherzustellen, sorgte Wegners Entscheidung, eine Pause auf dem Tennisplatz einzulegen, für Empörung bei politischen Gegnern und in der Öffentlichkeit.
Der Blackout hatte sich bereits in den frühen Morgenstunden ereignet und weite Teile der Stadt lahmgelegt. Wegner gab später an, den Tag über habe er von seinem Homeoffice aus die Krisenbewältigung koordiniert. Doch Aufzeichnungen zeigten, dass er am Nachmittag etwa eine Stunde lang Tennis spielte – fünf Stunden nach Beginn des Stromausfalls.
Trotz der Kontroverse um sein Verhalten verlief die Bewältigung der Krise selbst weitgehend reibungslos. Notfallsysteme funktionierten ohne größere Probleme, und besonders schutzbedürftige Bürger erhielten schnell Hilfe. Die Stromversorgung wurde sogar einen Tag früher als geplant vollständig wiederhergestellt, ohne dass es zu schweren Verletzungen kam.
Kritiker aus den Reihen der AfD, der BSW und der FDP forderten wegen des Tennis-Matches Wegners Rücktritt. Auch andere politische Gruppen verurteilten sein Handeln, wenn auch manche die Empörung als Ablenkung von den technischen Ursachen des Stromausfalls betrachteten. Experten wiesen darauf hin, dass das Berliner Stromnetz nicht anfälliger sei als Netze in anderen deutschen Regionen. Einsatzkräfte sehen ohnehin oft wenig Nutzen in Besuchen von Spitzenpolitikern während Krisenlagen.
Wegners Gegner versuchen nun, seiner Koalition zu verwehren, die Bewältigung des Blackouts als politischen Erfolg zu vermarkten – unabhängig davon, ob er zurücktritt. Die Affäre wirft zudem grundsätzliche Fragen über Populismus in der Politik auf. Beobachter kritisieren, dass die Diskussion über Wegners persönliches Verhalten die dringend notwendige Debatte über Infrastruktur und Krisenvorsorge in den Hintergrund drängt.
Die Stromversorgung in allen betroffenen Gebieten wurde schneller als erwartet wiederhergestellt, und es gab keine bleibenden Schäden. Doch die politischen Folgen von Wegners Tennis-Spiel hallen weiter nach – Forderungen nach seinem Rücktritt werden weiterhin laut. Der Vorfall hat die Aufmerksamkeit von der eigentlichen Leistung des Netzes auf politische Schuldzuweisungen gelenkt und die technischen Lehren aus dem Blackout in den Hintergrund rücken lassen.
