Wie der "Tatort" rechtsextreme Themen auf die Leinwand bringt – ein riskantes Experiment
Gretel BirnbaumWie der "Tatort" rechtsextreme Themen auf die Leinwand bringt – ein riskantes Experiment
Das Deutsche TV-Krimi-Festival wagt sich an ein heikles Thema – mit seinem jüngsten Event. Am 7. Mai 2023 veranstaltet das Festival eine Podiumsdiskussion und einen Drehbuchwettbewerb zum Thema rechtsextreme Strömungen in Krimiserien. Die Veranstaltung im Wiesbadener Caligari Filmbühne stellt sich der Frage, wie solche Themen verantwortungsvoll auf die Leinwand gebracht werden können.
Im Mittelpunkt steht der Film „Tatort: Rechtsaußen“, der bereits jetzt für Diskussionen sorgt. Die Macher wollen mehr als bloße Unterhaltung: Sie fordern eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit Themen wie digitaler Radikalisierung und Gewalt gegen Minderheiten.
Über 60 Autor:innen reichten Beiträge für den „Tatort: Rechtsaußen“-Drehbuchwettbewerb ein, in denen sie Ideen vorstellten, wie rechtsextreme Themen sensibel behandelt werden können. Vier Finalist:innen wurden ausgewählt, ihre Entwürfe live vorzustellen. Ihre Drehbücher setzen sich mit rechtsextremer Gewalt, Online-Extremismus und Angriffen auf schutzbedürftige Gruppen auseinander.
Die Podiumsdiskussion widmet sich der Frage, wie Krimiserien diese Themen darstellen können, ohne Klischees zu bedienen oder Gewalt zu verherrlichen. Drei Expertinnen – Tahera Ameer, Laila Stieler und Melvina Kotios – bringen unterschiedliche Perspektiven in die Debatte ein. Ihre Erfahrungen versprechen eine vielschichtige Diskussion über Repräsentation und Erzählweisen.
Die Gewinner:innen des Wettbewerbs werden am folgenden Tag im Rahmen des Deutschen Fernsehkrimipreises bekannt gegeben. Im Fokus der Veranstaltung steht nicht allein die Unterhaltung, sondern der Anstoß zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung.
Das Festival zeigt damit, wie schwierig es ist, Extremismus in populären Medien aufzugreifen. Durch die Einbindung von Autor:innen, Fachleuten und Publikum will es mitgestalten, wie Krimiserien künftig mit sensiblen Themen umgehen. Die Ergebnisse des Wettbewerbs und der Diskussion könnten prägend dafür sein, wie solche Geschichten künftig erzählt werden.






