Wie der Verband der Familienunternehmer Demokratie und Sozialstaat untergräbt
Selma SchmiedtWie der Verband der Familienunternehmer Demokratie und Sozialstaat untergräbt
Die Familienunternehmer
Lange bevor sie sich der AfD zuwandten, untergrub der Verband der Familienunternehmer die Demokratie und den Sozialstaat. Dass dies nun endlich Beachtung findet, ist ein guter Schritt.
- November 2025, 10:50 Uhr
Schlagwörter: Finanzen, Wirtschaft, Politik, Allgemeine Nachrichten
Der Verband der Familienunternehmen in Deutschland steht zunehmend in der Kritik – wegen seines politischen Einflusses und der engen Verbindungen zu Großkonzernen. Obwohl die Organisation behauptet, 180.000 Unternehmen zu vertreten, zählt sie tatsächlich nur 6.500 Mitglieder – weniger als 0,2 Prozent aller familiengeführten Betriebe im Land. Aktuelle Berichte zeigen, dass zu ihren Mitgliedern auch Milliardenschwere Konzerne wie BMW, Henkel und Merck gehören, obwohl der Verband sich als Fürsprecher kleiner und mittlerer Unternehmen inszeniert.
Seit Langem setzt sich der Verband gegen Steuererhöhungen ein – etwa auf Erbschaften, Vermögen oder strenge Umweltauflagen. Auch Lieferkettengesetze, die Unternehmen für Menschenrechtsverstöße und Ausbeutung zur Verantwortung ziehen sollen, lehnt er ab. Kritiker werfen der Organisation vor, mit ihrer Lobbyarbeit den Sozialstaat ausgehöhlt zu haben, indem sie Kürzungen bei Bildung, sozialer Absicherung und Integrationsprogrammen vorantreibt.
Trotz seiner geringen Mitgliederzahl übt der Verband einen überproportionalen Einfluss auf die politische Debatte aus – stets im Verdacht, vor allem die Interessen einer wirtschaftlichen Elite zu vertreten. Während die öffentliche Aufmerksamkeit wächst, bleibt seine Rolle bei der Schwächung sozialer Leistungen und ökologischer Standards umstritten.
