07 February 2026, 20:18

Wie ein Kartoffelbauer und eine Ölmühle gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen

Viele Kartoffeln sind prominent im Vordergrund zu sehen.

Wie ein Kartoffelbauer und eine Ölmühle gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen

Kluge Partnerschaft: Ein Kartoffelbauer und eine Ölmühle bekämpfen Lebensmittelverschwendung – und steigern ihre Umsätze

Christian Schempp aus Pfullendorf und Jürgen Belthle von den Ölfreunden in Thiergarten haben sich zusammengetan, um Kartoffeln gemeinsam mit Speiseöl zu vermarkten. Die Idee kommt zu einem günstigen Zeitpunkt: Deutschland verzeichnet eine Rekord-Kartoffelernte, sodass viele Landwirte mit Überproduktion und fallenden Preisen kämpfen.

Die deutsche Kartoffelproduktion erreichte 2023 mit vorläufigen 13,4 Millionen Tonnen den höchsten Stand seit 25 Jahren. Die Marktflutung drückt die Preise, und in Regionen wie Sachsen lagern noch Tausende Tonnen unverkauft – ein einzelnes Unternehmen sitzt auf 4.000 Tonnen fest.

Um die Überschüsse abzubauen, starteten Schempp und Belthle eine Aktion: Wer bei den Ölfreunden Speiseöl für mehr als 10 Euro kauft, erhält gratis eine Tüte frische Kartoffeln. Die Kampagne belebt bereits die Umsätze beider Betriebe. Landwirte liefern ihre überschüssigen Kartoffeln an die Ölmühle, wo sie zu fairen Preisen abgekauft und weiterverteilt werden.

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Gleichzeitig hilft die Initiative, Lebensmittelverschwendung zu verringern, indem die Kartoffeln vor dem Verderb an Verbraucher gelangen. Da die Anbauflächen 2025 weiter wachsen sollen – auf über 300.000 Hektar in Deutschland und 608.000 in der EU –, könnten solche kreativen Lösungen künftig noch wichtiger werden. Die Partnerschaft zeigt, wie regionale Vermarkter schwierige Rahmenbedingungen nutzen und aus Überschüssen Chancen machen.

Für beide Seiten ist die Zusammenarbeit ein Gewinn: Die Landwirte bringen ihre Lagerbestände in Umlauf, die Ölmühle steigert ihren Absatz. Angesichts weiter wachsender Kartoffelproduktion könnten ähnliche Modelle helfen, Angebot und Nachfrage auszugleichen. Aktuell profitieren Kunden von kostenlosen Kartoffeln – und die Erzeuger erhalten in einem harten Markt eine dringend benötigte Stütze.