Wolf reißt Nutztiere im Schwarzwald: Landwirte in Sorge um ihre Herden
Selma SchmiedtWolf reißt Nutztiere im Schwarzwald: Landwirte in Sorge um ihre Herden
Wolf tötet in Schluchsee und Lenzkirch mehrere Nutztiere
Ein Wolf hat in den Schwarzwald-Gemeinden Schluchsee und Lenzkirch mehrere Hof- und Nutztiere gerissen. Behörden bestätigten, dass der Beutegreifer für die Angriffe verantwortlich ist, bei denen Schafe getötet und ein Kalb geschlachtet wurden. Landwirte in der Region fürchten nun zunehmend um die Sicherheit ihrer Herden.
Die Attacken begannen in Schluchsee, wo mehrere tote Schafe aufgefunden wurden, während andere aufgrund schwerer Verletzungen eingeschläfert werden mussten. Später bestätigten die Behörden, dass ein Wolf der Verursacher war. Dasselbe Tier tötete anschließend ein Kalb im nahegelegenen Lenzkirch.
Seit 2019 lebt ein Wolf in Schluchsee, doch die jüngsten Vorfälle haben die Ängste verschärft. Der Angriff auf die Schafe gilt als typisches Verhalten eines jungen Wolfs. Landwirte in beiden Orten hatten bisher keine Schutzmaßnahmen wie Elektrozäune oder Herdenschutzhunde eingesetzt.
Wölfe stehen in Deutschland unter strengem Artenschutz; eine Tötung ist nur in Ausnahmefällen erlaubt. Das Land bietet Unterstützung an, darunter Zäune und Herdenschutzhunde, im Rahmen des Fördergebiets Wolfsprävention Schwarzwald. Offiziell sind in Baden-Württemberg derzeit nur vier Wölfe als dauerhafte Bewohner registriert, auch wenn gelegentlich weitere durchziehen. Im südlichen Schwarzwald gibt es kein Wolfsrudel, und die Zahl der ansässigen Tiere bleibt gering.
Die Angriffe haben die Landwirte in der Region in Alarmbereitschaft versetzt. Zwar gibt es staatlich geförderte Schutzmaßnahmen, doch werden diese nicht flächendeckend genutzt. Angesichts des strengen Schutzstatus der Wölfe müssen die Behörden nun den Herdenschutz mit den Artenschutzbestimmungen in Einklang bringen.






