02 May 2026, 02:10

ZDK und ZVK trennen sich nach jahrelangem Machtkampf in der Autobranche

Großes BMW-Hauptquartier-Gebäude in Frankfurt, Deutschland, mit Glaswänden, Text an der Fassade, Menschen vor dem Gebäude und einem Baum links.

ZDK und ZVK trennen sich nach jahrelangem Machtkampf in der Autobranche

Ein langjähriger Streit zwischen zwei großen deutschen Automobilverbänden hat eine scharfe Wende genommen. Der ZDK (Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe) hat seine Satzung grundlegend überarbeitet und damit die Verbindungen zum ZVK (Zentralverband der Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisationen) gekappt. Die Änderungen folgen auf jahrelange Spannungen, darunter juristische Auseinandersetzungen über Mitgliedsbeiträge und die Kontrolle von Gremien.

Die im Januar 2023 eingeführten Reformen zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und die aktuellen Bedürfnisse der Branche widerzuspiegeln. Doch die Trennung hat Unternehmen in die Zwickmühle gebracht: Sie stehen vor Unsicherheiten bei Gebühren und Vertretung.

Der Konflikt eskalierte im Oktober 2025, als der ZVK Anspruch auf 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge erhob. Es folgten Rechtsstreitigkeiten, auch wenn ein Großteil der finanziellen Argumente inzwischen vor Gericht an Gewicht verloren hat. Als Reaktion hat der ZDK nun eine strikte Trennung vom ZVK durchgesetzt: Gemeinsames Personal in Führungspositionen wurde abgebaut, und Entscheidungsprozesse wurden zentralisiert.

Führungspositionen innerhalb des ZDK werden künftig nicht mehr automatisch weitergegeben. Stattdessen entscheidet die Organisation selbst, wer Schlüsselrollen besetzt – ein Bruch mit früheren Gepflogenheiten. Ausschüsse werden zudem stärker auf Beratungsaufgaben fokussiert, während das offizielle Sprecherrecht nun zentral bei der ZDK-Zentrale in Bonn liegt.

Um eine weitere Zersplitterung zu verhindern, hat der ZDK direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten geschaffen. Diese können dem Verband nun ohne Zwischeninstanzen beitreten. Gleichzeitig plant der ZDK, in betroffenen Regionen stärker präsent zu sein, um die Gründe und möglichen Folgen des Rückzugs aus den gemeinsamen Strukturen zu erläutern.

Trotz der Umbrüche betont der ZDK, weiterhin ein „Full-Service-Anbieter“ für den gesamten Markt zu sein. Man erkenne zwar die Belastung für die Unternehmen an, doch die Änderungen seien notwendig, um den Verband zu modernisieren und eine faire Vertretung zu gewährleisten.

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Der Rechtsstreit um Prüfgebühren, einst ein zentraler Zankapfel, hat mittlerweile viel von seiner Brisanz verloren. Dennoch wirft die grundsätzliche Trennung der beiden Verbände für Werkstätten praktische Fragen auf – etwa zu Gebühren, Compliance und künftiger Unterstützung.

Die Umstrukturierung des ZDK markiert einen klaren Bruch mit der bisherigen Zusammenarbeit mit dem ZVK. Werkstätten müssen sich nun auf neue Mitgliedschaftsregeln, zentralisierte Entscheidungsprozesse und eine neu ausgerichtete Führungsstruktur einstellen. Zwar haben die juristischen Auseinandersetzungen nachgelassen, doch die langfristigen Auswirkungen auf Prüfgebühren und Branchenvertretung bleiben abzuwarten.

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