50 Jahre hinter der Fleischertheke: Warum Renate Hieber ihr Handwerk nie losließ
Gretel Birnbaum50 Jahre hinter der Fleischertheke: Warum Renate Hieber ihr Handwerk nie losließ
Renate Hieber hätte nie gedacht, dass sie ihr Leben hinter der Fleischertheke verbringen würde. Mit 15 begann sie 1975 eine Lehre – und blieb schließlich jahrzehntelang. Selbst im Ruhestand springt sie noch ein, wenn der Betrieb sie braucht, sogar an ihrem eigenen 50. Arbeitsjubiläum.
Hiebers Weg in der Metzgerei Hess startete als junge Auszubildende. Zwar überlegte sie einst, einen anderen Berufsweg einzuschlagen, doch die Begegnung mit ihrem Mann und die Kindererziehung hielten sie im Handwerk. Über die Jahre erlebte sie, wie sich die Einkaufsgewohnheiten der Kunden grundlegend änderten – doch Rückschau hielt sie nie mit Bedauern.
Auch die Metzgerei selbst hat sich gewandelt. Zwischen 2004 und 2006 baute der Betrieb seine Räumlichkeiten aus, um den EU-Vorschriften für die Schlachtung gerecht zu werden, und eröffnete ein Bistro. Die hauseigene Schlachtung, seit fast 70 Jahren Tradition, bleibt ein zentraler Bestandteil des Geschäfts. In jüngerer Zeit erweiterte die Metzgerei ihr Angebot um Lieferservice und Partyservice.
Nun steht erneut ein Wechsel an: Roland Hess geht in den Ruhestand, und seine Tochter Marlen wird gemeinsam mit ihrem Mann Max die Familienmetzgerei übernehmen. Für Hieber bringt dieser Übergang eine vertraute Überraschung mit sich – ähnlich wie an dem Tag, als ihr Bruder sie bat, an ihrem Jubiläum auszuhelfen.
Die langjährigen Traditionen des Betriebs – von der eigenen Schlachtung bis zum persönlichen Kundenservice – werden unter der neuen Führung fortgeführt. Dass Hieber immer wieder zurückkehrt, zeigt, wie sehr das Handwerk diejenigen prägt, die ihr Leben ihm gewidmet haben. Vorerst bleiben die Türen geöffnet und die Theken gefüllt – wie seit Generationen.






