Apobank warnt: Deutschlands Apothekenlandschaft vor radikaler Veränderung
Gretel BirnbaumApobank warnt: Deutschlands Apothekenlandschaft vor radikaler Veränderung
Deutschlands Arzneimittelversorgung steht am Scheideweg – das warnt die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) in einer deutlichen Stellungnahme. Matthias Schellenberg, Vorstandsvorsitzender der Bank, macht darauf aufmerksam, dass bald Marktmechanismen darüber entscheiden könnten, wie Patienten ihre Medikamente erhalten. Die jetzt getroffenen Weichenstellungen, so Schellenberg, werden die Zukunft der Apothekenlandschaft im Land prägen.
Der Bankenchef verwies auf den wachsenden Druck, dem lokale Apotheken durch ausländische Onlinehändler und große inländische Einzelhandelsketten ausgesetzt sind. Medikamente dürften nicht wie gewöhnliche Konsumgüter behandelt werden, betonte er und warnte vor einer fortschreitenden Kommerzialisierung. Zudem wies Schellenberg auf den steigenden Einfluss von Versand- und Onlineapotheken hin, die seiner Ansicht nach das traditionelle, gemeindebasierte Gesundheitsnetz bedrohen.
Auch die Landesregierungen teilen viele der Bedenken aus der Apothekenbranche. Sie drängen nun auf Nachbesserungen im laufenden Gesetzgebungsverfahren, doch bleibt ungewiss, welche Forderungen schließlich Berücksichtigung finden. Schellenberg appellierte an die Politik, die Sorgen der Apotheker ernst zu nehmen – schließlich spielten sie eine zentrale Rolle bei der Arzneimittelsicherheit und der fachkundigen Beratung von Patienten.
Ohne Gegensteuer, so seine Warnung, könnte sich der Rückgang professionell geführter Gesundheitsdienstleistungen beschleunigen – mit der Folge, dass Patienten künftig weniger zuverlässigen Zugang zu medizinischer Beratung hätten.
Die Diskussion um die Arzneimittelversorgung in Deutschland hält an, während Abgeordnete über mögliche Reformen beraten. Schellenbergs Mahnungen unterstreichen den Konflikt zwischen marktgetriebenen Lösungen und dem Erhalt lokaler, fachkompetenter Apothekendienste. Das Ergebnis des Gesetzgebungsverfahrens wird entscheiden, wie Medikamente künftig verteilt werden – und wer die Kontrolle über ihre Versorgung in den kommenden Jahren innehat.






