Apotheken kämpfen mit steigenden Lohnkosten und Mindestlohn-Erhöhungen bis 2027
Gretel BirnbaumApotheken kämpfen mit steigenden Lohnkosten und Mindestlohn-Erhöhungen bis 2027
Apotheken in Deutschland stehen unter wachsendem finanziellen Druck, da die Lohnkosten steigen. Eine kürzliche Lohnerhöhung um 3 Prozent hat die jährlichen Ausgaben bereits um mehrere tausend Euro erhöht. Weitere Anpassungen des Mindestlohns werden die Belastung bis 2027 noch verstärken.
Ab dem 1. Januar 2026 galt für Apotheken eine tarifliche Lohnerhöhung von 3 Prozent. Diese Änderung kostet Arbeitgeber im Schnitt zusätzlich 9.500 Euro pro Jahr. Die Erhöhung trifft die Branche in einer Phase anhaltender finanzieller Anspannung.
Auch der gesetzliche Mindestlohn wird weiter steigen. Zum 1. Januar 2027 erreicht er 14,60 Euro – ein Plus von 17,6 Prozent seit 2024. Schon die erste Stufe, die Anhebung auf 13,90 Euro, wird die jährlichen Kosten pro Apotheke um etwa 700 Euro erhöhen. Die Treuhand Hannover warnt, dass diese Entwicklungen die Arbeitgeber stark belasten werden.
Die aktuellen Tarifverträge laufen demnächst aus. Die Vereinbarung zwischen Adexa und dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) endet am 31. Dezember 2026, während der Tarifvertrag der Tarifgemeinschaft Leitender Apothekenangestellter (TGL) in Nordrhein-Westfalen bis zum 30. Juni 2026 gilt. Die Gewerkschaft Adexa bereitet sich nun auf neue Verhandlungen vor – doch eine Entlastung für die angespannte Finanzlage der Branche ist nicht in Sicht.
Die Apotheken müssen die höheren Lohnkosten nun schultern, obwohl die wirtschaftliche Situation ohnehin schon schwierig ist. Mit den bevorstehenden Mindestlohnerhöhungen bleibt der Druck auf die Arbeitgeber bestehen. Die anstehenden Tarifrunden werden zeigen, ob weitere Belastungen auf die Branche zukommen.






