Baden-Württemberg will Lebensmittelverschwendung bis 2030 halbieren – so soll es klappen
Oswin BolanderBaden-Württemberg will Lebensmittelverschwendung bis 2030 halbieren – so soll es klappen
Baden-Württemberg startet neue Strategie zur Halbierung von Lebensmittelverschwendung bis 2030
Unter dem Titel "Lebensmittel wertschätzen für eine nachhaltige Zukunft" hat das Land ein umfassendes Konzept vorgelegt, das alle Stufen der Lebensmittelkette erfasst – von der Landwirtschaft bis zum heimischen Küchentisch. Ziel ist es, die Abfallmengen pro Person in Handel und Haushalten zu halbieren und gleichzeitig Verluste in Produktion und Transport zu verringern.
Lebensmittelverschwendung bleibt in Baden-Württemberg ein drängendes Problem. Private Haushalte entsorgen jährlich rund 6,3 Millionen Tonnen – das entspricht 58 Prozent der Gesamtmenge. Bundesweit beläuft sich die verschwendete Menge auf 10,8 Millionen Tonnen pro Jahr, was pro Kopf etwa 74,5 Kilogramm ausmacht.
Die neue Strategie setzt auf drei zentrale Säulen: die Sensibilisierung der Bevölkerung, die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kommunen sowie die Anwendung aktueller Forschungsergebnisse. Sie knüpft an bestehende Maßnahmen an, darunter Kampagnen und Aktionswochen wie "Lebensmittelretter – Helden gesucht", die vom 29. September bis 6. Oktober 2025 stattfinden soll.
Mit dem Plan will die Landesregierung einen Kurswechsel in der Abfallvermeidung einleiten. Bis 2030 sollen Verluste in Landwirtschaft, Transport und Lagerung sinken, während die Verschwendung in Handel und Haushalten um die Hälfte reduziert wird.
Die Initiative umfasst das gesamte Lebensmittelsystem – vom Acker bis zum Esstisch. Gelingt die Umsetzung, könnte Baden-Württemberg seine Abfallbilanz in den kommenden sechs Jahren deutlich verbessern. Die anstehende Aktionswoche markiert einen der ersten Schritte zur Umsetzung der neuen Strategie.
