25 June 2026, 12:09

Bauwirtschaft 2024: Wachstum trotz hoher Materialkosten und Bürokratie-Hürden

Umstellung noch ausstehend

Bauwirtschaft 2024: Wachstum trotz hoher Materialkosten und Bürokratie-Hürden

Bauwirtschaft zeigt 2024 gemischte, aber vielversprechende Signale

Zu Beginn des Jahres 2024 präsentierte sich die Bauwirtschaft mit uneinheitlichen, aber hoffnungsvollen Entwicklungen. Während die Umsätze im öffentlichen Hochbau und im Wohnungsbau stiegen, kletterten die Materialkosten weiter in die Höhe. Branchenvertreter fordern nun schnellere Investitionen in die Infrastruktur, um den Aufschwung zu festigen.

Im April führte der öffentliche Bau die positive Entwicklung an: Staatliche Stellen vergaben 2,2 Prozent mehr Aufträge als im Vormonat. Der Tiefbau spielte dabei eine Schlüsselrolle und trieb das Umsatzwachstum in den drei Hauptsegmenten der Branche voran. Kumuliert blieb der Umsatz von Januar bis April jedoch auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Der Wohnungsbau verzeichnete nach Monaten erstmals wieder ein Plus – sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Neuaufträgen lagen die Werte über denen von 2023. Innerhalb des Nichtwohnungsbaus war er das einzige Segment, das in beiden Bereichen Zuwächse erzielte. Auch der Gewerbe- und Industriebau trug zur positiven Bilanz bei: Hier stiegen die Umsätze um 6,8 Prozent, die Neuaufträge um 2,6 Prozent.

Die Materialkosten belasteten die Branche weiterhin stark. Allein der Bitumenpreis kletterte im Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 31,2 Prozent – vor allem wegen der Spannungen in der Straße von Hormus. Deutliche Preisanstiege bei Holz, Metallen, mineralischen Baustoffen und Transportbeton verschärften die Lage zusätzlich. Insgesamt legten die Neuaufträge im gesamten Sektor in den ersten vier Monaten 2024 um 1,8 Prozent im Vorjahresvergleich zu.

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, betonte die Dringlichkeit, die Mittel für Infrastrukturprojekte zügig einzusetzen. Er warnte, dass bürokratische Hürden den Fortschritt bremsen könnten – trotz der aktuellen Belebung der Bauaktivitäten.

Die Branche steht vor Chancen und Herausforderungen zugleich. Steigende Materialkosten und geopolitische Spannungen stellen die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen auf die Probe. Doch das Wachstum im öffentlichen und Wohnungsbau sowie stabile Auftragsbücher bieten eine solide Grundlage für die kommenden Monate.

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