Beförderungsstreit in Baden-Württemberg: Warum Gymnasiallehrer leer ausgehen
Selma SchmiedtBeförderungsstreit in Baden-Württemberg: Warum Gymnasiallehrer leer ausgehen
Das Kultusministerium Baden-Württembergs hat neue Beförderungsmöglichkeiten für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen angekündigt: Bis Mai sollen mehrere hundert Stellen der Besoldungsgruppe A14 besetzt werden. Die Maßnahme sorgt für Kontroversen, da Kritiker bemängeln, dass die Umverteilung der Positionen Gymnasiallehrkräfte unrechtmäßig benachteiligt.
Der Philologenverband Baden-Württemberg wirft der Landesregierung vor, die Reform begünstige Gemeinschaftsschulen, während Lehrkräfte an Gymnasien länger auf ihren Karriereaufstieg warten müssten.
Die Beförderung in die Besoldungsstufe A14 stellt für erfahrene Lehrkräfte einen wichtigen Schritt dar und ist oft mit zusätzlichen Aufgaben wie Koordinations- oder Entwicklungsarbeit verbunden. Laut der Verwaltungsvorschrift vom 19. März 2001 werden diese Positionen nach dem Personalbedarf der verschiedenen Schulformen vergeben.
In diesem Jahr stehen Gymnasiallehrkräften 81 A14-Stellen zur Verfügung – im Vergleich zu 203 für Berufsschulen. Weitere Beförderungen sind zudem für Gemeinschaftsschulen vorgesehen. Der Philologenverband warnt jedoch, dass durch diese Umverteilung im Regierungsbezirk Karlsruhe nahezu das gesamte Jahreskontingent für Gymnasialbeförderungen aufgebraucht sei.
Der Verband spricht von einem "Budget-Trick" und kritisiert, dass der Anspruch auf gleiche Beförderungschancen für alle Schulformen weder ausreichend finanziert noch geplant sei. Viele Gymnasiallehrkräfte warteten bereits seit Jahren auf ihren Aufstieg, doch die Verlagerung von A14-Positionen aus ihrem Bereich verlängere diese Wartezeit nur weiter.
Offizielle Daten zu den A14-Beförderungen 2023 in Baden-Württemberg – etwa im Vergleich zwischen Gemeinschafts- und Gymnasialschulen – liegen bisher nicht vor.
Der Streit offenbart die Spannungen in der Personalpolitik des Landes: Gymnasiallehrkräfte müssen demnach länger auf ihre berufliche Weiterentwicklung warten. Der Philologenverband betont, die aktuelle Vorgehensweise führe zu einer "systematischen Unterfinanzierung" der Gymnasien, sofern keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt würden.