Berliner Vergesellschaftungspläne scheitern an Widerstand aus Bund und Ländern
Sandro GuteBerliner Vergesellschaftungspläne scheitern an Widerstand aus Bund und Ländern
Bundesbauministerin Verena Hubertz hat die Pläne Berlins abgelehnt, große private Wohnungsunternehmen zu vergesellschaften. Der Vorschlag, der durch ein Referendum im Jahr 2021 gestützt wird, hat vor der Landtagswahl am 20. September eine Debatte ausgelöst. Auch Theresa Schopper, die grüne Bauministerin aus Baden-Württemberg, lehnt das Vorhaben ab.
2021 hatten rund 59 Prozent der Berliner Wähler für die Vergesellschaftung von Unternehmen gestimmt, die mehr als 3.000 Wohnungen besitzen. Die Initiative „Enteignet Deutsche Wohnen & Co.“ wird weiterhin von Philmon Ghirmai unterstützt, dem Landesvorsitzenden der Grünen in Berlin.
Schopper argumentierte, dass eine Vergesellschaftung keinen neuen Wohnraum schaffe. Sie betonte, dass Investitionen – und nicht staatliche Übernahmen – den Wohnungsmangel beheben würden. Hubertz pflichtete dieser Auffassung bei und erklärte, solche Maßnahmen gefährdeten das Vertrauen der Unternehmen in Deutschland als Wirtschaftsstandort.
Zudem warnte Schopper, dass die Debatte selbst bereits Verunsicherung im Wohnungssektor auslöse. Sie forderte die nächste Berliner Regierung auf, sich stattdessen auf die Beschleunigung von Bauvorhaben zu konzentrieren. Schnellere Bauprojekte, so Schopper, würden den Marktdruck verringern und die Bezahlbarkeit verbessern.
Die Landtagswahl am 20. September wird die künftige Berliner Wohnungsbaupolitik prägen. Während einige grüne Landesvertreter die Vergesellschaftung befürworten, setzen bundesweit einflussreiche Politikerinnen wie Hubertz und Schopper auf beschleunigten Wohnungsbau. Das Wahlergebnis wird entscheiden, ob die Stadt auf staatliche Eingriffe oder marktwirtschaftliche Lösungen setzt.






