04 March 2026, 02:24

Bodensee wird zum Hotspot der europäischen Rüstungsindustrie mit Airbus und Rheinmetall

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Fabrik mit einem großen Geschütz in der Mitte, umgeben von mehreren anderen Geschützen, Metallstangen und verschiedenen Gegenständen auf dem Boden, mit Text auf der linken Seite.

Wie der Bodensee zum Rüstungsstandort wird - Bodensee wird zum Hotspot der europäischen Rüstungsindustrie mit Airbus und Rheinmetall

Der Bodensee entwickelt sich zum zentralen Standort der europäischen Rüstungsindustrie. Die Region beherbergt führende Unternehmen, die militärische Technologien entwickeln und produzieren – von Luftabwehrsystemen bis zu gepanzerten Fahrzeugen. Doch eine Interessensgruppe warnt nun vor dem rasanten Wachstum des Sektors und seiner zunehmenden Prägung der gesamten Region.

Die Rüstungsbranche am Bodensee knüpft an eine lange Luftfahrttradition an, die bis zu den Zeppelinen Friedrichshafens zurückreicht. Heute sind globale Player wie Diehl Defence, Airbus Defence and Space, Rheinmetall und Rolls-Royce Power Systems mit wichtigen Standorten in der Region vertreten.

Diehl Defence mit Sitz in Überlingen ist spezialisiert auf Luftabwehrsysteme. Das Unternehmen verzeichnete 2024 einen Umsatzanstieg von rund 60 Prozent. In der Nähe entwickelt Airbus Defence and Space in Immenstaad militärische Flugzeuge, Aufklärungstechnik und mobile Feldlazarette.

Die Rheinmetall-Tochter Soldier Electronics betreibt ein Werk in Stockach, wo sie im Dezember 2024 einen Auftrag der Bundeswehr über mehrere hundert Millionen Euro für Laserlichtmodule sicherte. Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen fertigt hingegen Antriebe für Militärfahrzeuge und erzielte 2024 einen Umsatz von über fünf Milliarden Euro.

Auch General Dynamics European Land Systems expandiert in Immenstaad: Das Unternehmen baut eine neue Produktionsstätte für Piranha-Radschützenpanzer der deutschen Streitkräfte. In Baden-Württemberg sind mittlerweile über 120 Rüstungsfirmen an mehr als 70 Standorten aktiv – und die Zahl steigt weiter.

Das Wachstum der Rüstungsindustrie am Bodensee zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. Mit Großaufträgen, steigenden Umsätzen und neuen Produktionsstätten bleibt die Region ein zentraler Knotenpunkt für Militärtechnologie. Die Warnungen der Interessensgruppe unterstreichen die wachsende lokale Präsenz der Branche – konkrete Beschäftigtenzahlen für die kommenden Jahre bleiben jedoch ungenannt.

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