06 January 2026, 08:32

Bremen feiert skurrile Eiswette mit glühendem Bügeleisen und Grünkohl-Festmahl

Kohl und Zwiebeln auf einem Regal.

Wette auf Kohl - Ist die Weser zugefroren? - Bremen feiert skurrile Eiswette mit glühendem Bügeleisen und Grünkohl-Festmahl

Jeden Januar findet in Bremen eine skurrile Tradition statt, die bis ins Jahr 1829 zurückreicht. Damals wetteten einige Kaufleute, ob die Weser zufrieren würde – und noch heute zieht das Ereignis Scharen von Zuschauern an. Der Gewinner darf an einem gemeinsamen Mahl mit Grünkohl und Wurst teilnehmen, doch das eigentliche Spektakel dreht sich um einen Schneider, ein glühendes Bügeleisen und einen eiskalten Fluss.

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Alles begann 1829, als 18 Bremer Kaufleute darauf wetteten, dass die Weser bis Anfang Januar zufrieren würde. Seitdem wird die Wette fast jedes Jahr wiederholt – mit nur wenigen Ausnahmen. Heute findet das Ritual mittags am dritten Samstag im Januar im Congress Centrum statt, wo sich rund 800 Gäste versammeln.

Im Mittelpunkt steht ein Schauspieler, verkleidet als Schneider, der das Eis mit einem glühenden Bügeleisen prüfen muss. Die Tradition verlangt, dass er genau 45 Kilogramm wiegt – was vor den Augen der Menge überprüft wird –, bevor er versucht, den Fluss zu überqueren. Seit Jahrzehnten verlässt sich der Schneider dabei auf die Hilfe der Seenotretter, denn das Eis hält selten. Der Eiswett-Verein, Laien und die „Drei Weisen“ begleiten die Zeremonie. Max Stegemann, Vorsitzender des Bremer Eisvereins, bewahrt die fast 200 Jahre alte Tradition. Trotz des theatralischen Auftritts fällt das Urteil stets gleich aus: „De Werser geiht!“ – die Wette ist verloren. Die Feier dient zudem der Spendensammlung für die Seenotretter und verbindet so Geschichte mit Wohltätigkeit.

Den Abschluss bildet ein Festmahl mit Grünkohl und Wurst für alle Teilnehmer. Zwar schafft es der Schneider nie wirklich, die Weser zu überqueren, doch die Tradition lebt als heiteres Wintervergnügen weiter. Die Spenden aus der Veranstaltung kommen weiterhin den lokalen Rettungseinsätzen auf dem Fluss zugute.