Bundesregierung plant steuerfreien 1.000-Euro-Bonus – doch Länder protestieren
Oswin BolanderBundesregierung plant steuerfreien 1.000-Euro-Bonus – doch Länder protestieren
Die Bundesregierung hat ein neues steuerfreies Bonusmodell vorgeschlagen, um die wirtschaftlichen Belastungen durch steigende Energiepreise und den Krieg im Iran abzufedern. Dem Plan zufolge könnten Arbeitgeber ihren Beschäftigten bis Mitte 2027 bis zu 1.000 Euro steuerfrei auszahlen. Doch der Vorstoß stößt bei Ländern und Kommunen auf Kritik, die um ihre Finanzierung fürchten.
Der Gesetzentwurf knüpft an frühere steuerfreie Zahlungen an, die während der Coronavirus-Pandemie und der Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs eingeführt wurden. Diesmal zielt die Bundesregierung darauf ab, Haushalte zu entlasten, die mit hohen Energiepreisen und der wirtschaftlichen Instabilität durch den Iran-Konflikt zu kämpfen haben. Doch die geschätzten Kosten von 2,8 Milliarden Euro haben Widerspruch ausgelöst.
Die Länder argumentieren, die finanzielle Last werde auf sie abgewälzt, da eine geplante Tabaksteuererhöhung zur Deckung der Kosten allein dem Bund zugutekomme. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel fordert, die Bundesregierung solle stattdessen 700 Millionen Euro der kommunalen Ausgaben übernehmen. Auch Baden-Württembergs scheidender Ministerpräsident Winfried Kretschmann kritisierte die Finanzierungsstrategie als ungerecht gegenüber den Länderhaushalten.
Die Steuerbefreiung würde es Arbeitgebern ermöglichen, bis zum 30. Juni 2027 Boni von bis zu 1.000 Euro ohne Abzüge auszuzahlen. Angesichts der ohnehin angespannten Haushaltslagen von Ländern und Kommunen könnte der Plan jedoch die Spannungen über die finanzielle Verantwortung weiter verschärfen.
Der Vorschlag trifft auf Widerstand bei regionalen Führungskräften, die zusätzliche Belastungen fürchten. Sollte er verabschiedet werden, könnte der steuerfreie Bonus zwar kurzfristig Entlastung für Arbeitnehmer bringen, die Kommunen aber mit höheren finanziellen Lasten zurücklassen. Bisher hat die Bundesregierung die Bedenken nicht im Detail addressed.






