Bürgerentscheid in Esslingen: Bibliothek bleibt im historischen Pfleghof
Sandro GuteBürgerentscheid in Esslingen: Bibliothek bleibt im historischen Pfleghof
Die Stadtbibliothek Esslingen bleibt nach einem Bürgerentscheid am 8. März 2026 im Bebenhäuser Pfleghof. Bei der Abstimmung sprachen sich 68,5 Prozent der Teilnehmer für den bisherigen Standort aus und setzten damit einen früheren Beschluss des Stadtrats zur Verlegung außer Kraft. Das Ergebnis sichert nicht nur den Verbleib der Bibliothek, sondern leitet auch ein umfassendes Sanierungsprojekt im Umfang von rund 17,4 Millionen Euro ein.
Die Beteiligung am Bürgerentscheid lag bei 58,4 Prozent, wobei 38.628 gültige Stimmen abgegeben wurden – deutlich über dem erforderlichen Quorum von 13.551 Stimmen. Davon votierten 68,5 Prozent für den Erhalt der Bibliothek im historischen Pfleghof-Gebäude, während 31,5 Prozent einen Umzug in das ehemalige Kögel-Kaufhaus befürworteten. Damit wird der Beschluss des Stadtrats vom 30. Juni 2025, die Bibliothek zu verlegen, rückgängig gemacht.
Die Sanierung des Pfleghofs umfasst 37 Einzelmaßnahmen, um bauliche Mängel zu beheben und die Dienstleistungen zu modernisieren. Oberbürgermeister Matthias Klopfer bestätigte, dass die Verwaltung dem Stadtrat am 27. April konkrete nächste Schritte vorschlagen werde. Zudem soll die Stadt Landesmittel beantragen und über den Verkauf des Grundstücks Heugasse 11 entscheiden, um die Finanzierung des Projekts zu unterstützen.
Das ehemalige Kögel-Gebäude, das seit 2022 nicht mehr für die Bibliothek genutzt wird, soll indes nicht leer stehen. Die Stadt hat zugesagt, die Eigentümer bei der Suche nach einer neuen Nutzung zu unterstützen, um eine langfristige Leerstandsphase in dieser zentralen Lage zu vermeiden. Klopfer betonte, man werde das Votum der Bürger respektieren und die Entscheidung umsetzen.
Der Bürgerentscheid sichert die Zukunft der Bibliothek im Pfleghof; die Sanierungsarbeiten sollen im Rahmen des 17,4-Millionen-Euro-Plans beginnen. Ende April wird der Stadtrat über Finanzierungsmöglichkeiten und Grundstücksverkäufe beraten. Parallel laufen die Bemühungen, für das Kögel-Areal eine Nachnutzung zu finden, um Leerstand zu verhindern.