CDU in Baden-Württemberg plant Sicherheitsrat und härteren Kurs gegen die Grünen
Gretel BirnbaumCDU in Baden-Württemberg plant Sicherheitsrat und härteren Kurs gegen die Grünen
Die Christlich Demokratische Union (CDU) in Baden-Württemberg treibt vor der Landtagswahl 2026 weitreichende Veränderungen voran. Die Partei schlägt einen neuen "Sicherheitsrat" vor, um die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Zivilschutz und anderen Behörden zu stärken. Gleichzeitig fordert sie eine strengere Rechtsdurchsetzung im öffentlichen Raum sowie erweiterte Befugnisse für Polizei und Nachrichtendienste.
Aktuell Juniorpartner in einer Koalition mit den Grünen, liegt die CDU unter ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel derzeit in Umfragen vorn. Sein Ziel: das seit einem Jahrzehnt bestehende grün-schwarze Bündnis nach der Wahl am 8. März zu beenden und die Führung wieder in CDU-Hand zu bringen.
Die 1945 gegründete CDU entstand aus Resten der katholischen Zentrumspartei und anderer konservativer Gruppen der Weimarer Republik. In Baden-Württemberg prägte sie fast sechs Jahrzehnte lang die Landespolitik und stellte von 1953 bis 2011 durchgehend den Ministerpräsidenten. Seit 2016 regiert sie unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einer Koalition mit den Grünen.
Die Partei vereint konservative, wirtschaftsliberale und christlich-soziale Strömungen. Während sie in Fragen von Familie und Migration über die Jahre moderater wurde, vertritt sie unter Bundesvorsitzendem Friedrich Merz aktuell wieder eine härtere Linie in der Migrationspolitik. Hagel, der sowohl die Landtagsfraktion als auch den Landesverband führt, schließt jede Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD oder der Linken kategorisch aus.
Wirtschaftlich setzt die CDU auf Wachstum und die Förderung von Unternehmen. Ihr Programm umfasst die Unterstützung von Start-ups, die Stärkung der beruflichen Ausbildung und die Förderung des Handwerks. In der Bildungspolitik will die Partei die digitale Kompetenz ausbauen, datenschutzkonforme KI-Tools einführen und private Smartphones an Schulen verbieten. Zudem befürwortet sie das mehrgliedrige Schulsystem.
Sicherheit bleibt ein zentrales Thema. Der geplante "Sicherheitsrat" soll die Reaktion auf Bedrohungen der öffentlichen Sicherheit beschleunigen. Die CDU tritt außerdem für eine präsentere Polizei im öffentlichen Raum und schärfere gesetzliche Befugnisse für Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste ein.
Beobachter verweisen auf tiefe ideologische Gräben zwischen CDU und Grünen. Zwar hält die aktuelle Koalition seit fast zehn Jahren, doch Experten halten eine Fortsetzung nach 2026 für unwahrscheinlich. Der CDU-Fokus auf wirtschaftliche Stärke steht im Kontrast zu den inneren Konflikten der Grünen – eine erneute Zusammenarbeit gilt daher als unwahrscheinlich.
Die CDU-Vorschläge deuten auf einen Kurswechsel hin: mehr Sicherheit, mehr Wirtschaftsförderung. Sollten die Umfragen stimmen, könnte Manuel Hagel nach der Wahl Ministerpräsident werden und das grün-schwarze Bündnis beenden. Dann würden die CDU-Pläne zu Bildung, Digitalpolitik und Wirtschaftswachstum die Zukunft Baden-Württembergs prägen.
CDU Gains Ground in 2026 Election but Falls Short of Power
The March 2026 election results show the CDU under Manuel Hagel achieved 29.7% of second votes—its best result since 2011—while securing 56 direct mandates. Key developments include:
- Hagel won his Ehingen constituency with 47.1% of first votes.
- The CDU improved its vote share by nearly 6 percentage points compared to 2021.
- Despite gains, the Greens retained a narrow lead in second votes, preserving their coalition with the SPD.
- Hagel's party now holds the most direct mandates but remains junior partner in the legislature.






