CDU will telefonische Krankschreibungen abschaffen – Merz übt scharfe Kritik
Oswin BolanderCDU fordert Ende von Krankschreibungen per Telefon - CDU will telefonische Krankschreibungen abschaffen – Merz übt scharfe Kritik
Die CDU hat auf ihrem jüngsten Parteitag in Stuttgart eine klare Haltung gegen Krankschreibungen per Telefon eingenommen. Die Delegierten stimmten für die Abschaffung dieser Praxis mit der Begründung, sie mache das Krankmelden zu einfach. Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte zudem die hohen Fehlzeiten und stellte die Zuverlässigkeit des Systems infrage.
Der Vorstoß zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibungen ging von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion aus, einem einflussreichen CDU-nahen Wirtschaftsverband. Dessen Antrag, der auf dem Parteitag angenommen wurde, argumentiert, dass Fern-Krankschreibungen zu höheren Fehlzeiten beitrügen. Die Partei ist überzeugt, dass persönliche Arztbesuche verpflichtend sein sollten, um unnötige Krankmeldungen zu reduzieren.
Merz hatte sich wiederholt besorgt über die steigenden Krankheitsquoten geäußert. Er verwies darauf, dass Telefonkonsultationen nicht die gleiche Überprüfungsmöglichkeit böten wie Vor-Ort-Termine und damit Missbrauch Vorschub leisten könnten. Unterdessen kündigte Gesundheitsministerin Nina Warken an, die aktuellen Regelungen zu Fern-Krankschreibungen überprüfen zu wollen.
Aktuelle Daten zu Krankheitsständen in ganz Deutschland oder im Vergleich der Bundesländer lagen nicht vor. Dennoch bleibt die CDU darauf fokussiert, die Verfahren zu verschärfen, um sicherzustellen, dass nur berechtigte Fälle eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten.
Die Entscheidung der CDU ebnet den Weg für strengere Krankschreibungsregeln. Sollte die Änderung umgesetzt werden, müssten Arbeitnehmer künftig vor der Ausstellung einer Krankschreibung persönlich beim Arzt erscheinen. Die Regierung steht nun vor der Aufgabe zu prüfen, ob diese Maßnahme die Fehlzeiten tatsächlich wie beabsichtigt verringern wird.
