11 January 2026, 08:24

Corny Littmann feiert 50 Jahre Bühne – ein Leben für Theater und Toleranz

Drei Frauen auf der Bühne mit Geigen und Notenpulten, während das Publikum zuhört; eine Uhr hängt an der weißen Wand im Hintergrund, und ein weißer Vorhang ist links sichtbar.

Theaterregisseur Corny Littmann feiert 50 Bühnenjubiläum - Corny Littmann feiert 50 Jahre Bühne – ein Leben für Theater und Toleranz

Corny Littmann – 50 Jahre auf der Bühne: Ein Leben für Theater und Toleranz

Corny Littmann, der bekannte Theaterregisseur, Schauspieler und Impresario, feiert in diesem Januar sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. 1952 in Münster geboren, zog er als Jugendlicher nach Hamburg und prägte bald wie kaum ein anderer die Kulturlandschaft der Stadt. Seine Karriere umfasst Schauspiel, Regiearbeit und das engagierte Eintreten für LGBTQ+-Rechte – stets verbunden mit der Gestaltung des Hamburger Theaterschaffens.

Sein künstlerischer Weg begann 1976 mit der Mitgründung von Brühwarm, Deutschlands erster offen schwuler Theatergruppe. 1982 folgte gemeinsam mit Gunter Schmidt die Gründung der Tourneebühne Familie Schmidt, deren Debütstück Deutsch, aufrecht, homosexuell die gesellschaftlichen Konventionen der Zeit herausforderte.

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Sechs Jahre später, am 8. August 1988, eröffnete Littmann das Schmidt Theater auf der Hamburger Reeperbahn. Was als kleine Kabarettbühne mit einer Mischung aus Comedy, Musik und Spätvorstellungen begann, entwickelte sich schnell zu einer Institution. Die erste Produktion, Sag „Bitte“ und ich singe, zeigte Littmann an der Seite von Lilo Wanders und Marlene Jaschke. Es folgte die Schmidt Midnight Show, ein lebendiges Potpourri aus Varieté und Laientalenten, das so erfolgreich wurde, dass der NDR es bundesweit ausstrahlte. 1991 erweiterte Littmann sein Imperium mit Schmidts Tivoli im ehemaligen Operettenhaus – die Eröffnungsrevue Paradisso setzte Maßstäbe für aufwendige Eigenproduktionen. 2015 kam schließlich das Schmidtchen im Klubhaus St. Pauli hinzu, eine Bühne mit wechselndem Programm aus Comedy, Musik und Kabarett, aber ohne ein einziges festes Stück.

Neben dem Theater führte Regie bei und spielte in Musicals, Schlager-Revuen und Dauerbrennern wie Cabaret, Fifty Fifty oder Die Könige vom Kiez. Dabei bevorzugt Littmann oft „gebrochene Charaktere“ – etwa den mürrischen Alten in Villa Sonnenschein oder den Kapitän in Die Könige vom Kiez. Von 2003 bis 2010 war er zudem Präsident des FC St. Pauli und festigte so seinen Status als eine der prägendsten Persönlichkeiten Hamburgs.

Littmanns fünf Jahrzehnte auf der Bühne haben das deutsche Theater nachhaltig geprägt. Seine Spielstätten – Schmidt Theater, Schmidts Tivoli und Schmidtchen – sind bis heute feste Größen im Hamburger Kulturleben. Als Künstler und Aktivist reicht sein Einfluss weit über die Bühne hinaus bis in den gesellschaftlichen Wandel.