DGB attackiert Bundesregierung vor Bundeskongress mit harscher Sozialkritik
Selma SchmiedtDGB attackiert Bundesregierung vor Bundeskongress mit harscher Sozialkritik
DGB übt scharfe Kritik an Bundesregierung vor Bundeskongress in Berlin
Vor seinem Bundeskongress in Berlin an diesem Sonntag hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Bundesregierung scharf angegriffen. In einem Entwurfsbeschluss wirft die Organisation den Ministern vor, sich in interne Streitigkeiten zu verstricken und bei zentralen Vorhaben die Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern zu vernachlässigen. Das Papier warnt zudem vor Kürzungen bei den Renten sowie vor neuen Maßnahmen, die die Rechte der Beschäftigten weiter schwächen könnten.
Die Kritikpunkte des DGB wurden in einem Bericht von Politico aufgegriffen, der eine tiefe Unzufriedenheit mit der jüngsten Regierungspolitik dokumentiert. Besonders umstritten sind demnach die einmalige Prämie von 1.000 Euro sowie der Tankrabatt, die aus Sicht der Gewerkschaft kaum auf breite Zustimmung stoßen.
Besonders hart fällt die Kritik an den geplanten Reformen im Gesundheitswesen aus: Diese belasteten die Versicherten unangemessen, während Unternehmen kaum in die Pflicht genommen würden. Zudem lehnt der DGB Vorstöße von CDU/CSU und SPD ab und warnt, dass Beschäftigte einen zu großen Teil der Last tragen müssten.
Weitere Angriffsziele sind Pläne zur Abschaffung des Acht-Stunden-Tags, zur Streichung von Feiertagen und zur Verwässerung des Kündigungsschutzes. Der DGB betont, dass solche Schritte die soziale Ungleichheit vertiefen und hart erkämpfte Arbeitnehmerrechte aushöhlen würden.
Der Entwurfsbeschluss setzt einen kämpferischen Ton für den DGB-Kongress, der am Sonntag beginnt. Die Delegierten werden dort über die Bilanz der Regierung in den Bereichen Rente, Gesundheit und Arbeitsmarktreformen debattieren. Das Ergebnis könnte die Position der Gewerkschaft in künftigen Verhandlungen mit Politik und Arbeitgebern prägen.






