Die älteste spielbare Orgel der Welt erklingt in einer kleinen Dorfkirche
Sandro GuteDie älteste spielbare Orgel der Welt erklingt in einer kleinen Dorfkirche
Die St.-Andreas-Kirche in Östönnen bei Soest beherbergt die älteste spielbare Orgel der Welt. Das über sechs Jahrhunderte alte Instrument erzeugt noch immer einen Klang, der als „unglaublich intensiv“ und „umhüllend“ beschrieben wird. Sein Überdauern verdankt es unter anderem dem Umstand, dass über die Jahre schlicht die Mittel für eine Modernisierung fehlten.
Die Wurzeln der Orgel reichen bis etwa 1425 zurück, wobei hölzerne Teile wie die Windlade möglicherweise noch älter sind – sie könnten aus dem Jahr 1410 stammen. Mehr als die Hälfte der 578 Bleipfeifen wurde um 1500 gefertigt und trägt damit zusätzlich zu ihrem historischen Wert bei. 1722 erwarb die Gemeinde von St. Andreas die Orgel von einer Nachbarpfarrei in Soest, wo sie vermutlich bereits seit Jahrhunderten in Gebrauch war.
Heute gilt das Instrument als „orgelhistorische Rarität“, geschätzt für seine reiche Verzierung und seinen einzigartigen Klang. Die Kirche veranstaltet regelmäßig Konzerte, um seine besonderen Klänge zu präsentieren. Pfarrer Volker Kluft sieht in der Erhaltung der Orgel eine Verpflichtung, damit auch künftige Generationen dieses seltene musikalische Juwel erleben können. Der Organist Leon Berben lobt den mächtigen, raumfüllenden Klang des Instruments. Trotz ihres hohen Alters ist die Orgel noch immer bespielbar – ein Zeugnis handwerklicher Meisterleistung und sorgfältiger Pflege.
Ihr langes Überdauern verdankt die Orgel der Tatsache, dass sie kaum modernisiert wurde, sodass große Teile ihrer ursprünglichen Struktur erhalten blieben. Als Mittelpunkt der St.-Andreas-Kirche zieht sie weiterhin Aufmerksamkeit auf sich – wegen ihrer historischen Bedeutung und ihres außergewöhnlichen Klangs. Durch Konzerte und Erhaltungsmaßnahmen bleibt ihr Erbe lebendig.
