Diehl Defence und Nammo starten Joint Venture für Bundeswehr-Granaten
Gretel BirnbaumKartellamt ebnet Weg für neues Artillerie-Munitions-Unternehmen - Diehl Defence und Nammo starten Joint Venture für Bundeswehr-Granaten
In Deutschland hat eine neue Verteidigungspartnerschaft grünes Licht erhalten. Das Bundeskartellamt genehmigte ein Joint Venture zwischen Nammo Raufoss und Diehl Defence zur Produktion von 155-Millimeter-Artilleriegranaten. Dieser Schritt ermöglicht es Diehl Defence, seine Produktionskapazitäten für einen großen Militärauftrag auszubauen, den das Unternehmen allein nicht hätte bewältigen können.
Die Zusammenarbeit geht auf eine umfangreiche Bestellung der Bundeswehr zurück. Beide Unternehmen hatten den Auftrag bereits erhalten, benötigten jedoch eine formelle Partnerschaft, um die Nachfrage zu decken. Diehl Defence mit Sitz in Überlingen wird nun mit dem Branchen-Know-how von Nammo die Produktion hochfahren.
Das Bundeskartellamt prüfte die Vereinbarung und erhob keine Einwände. Die Behörden wiesen darauf hin, dass die Kooperation den Wettbewerb im deutschen Verteidigungssektor stärken werde. Bisher fehlte Diehl Defence die Kapazität, um den Auftrag in Eigenregie zu erfüllen.
Für das norwegische Unternehmen Nammo bedeutet dies den Einstieg in den deutschen Markt für Artilleriegranaten. Bisher verfügte das Unternehmen über keine Produktionsstätten im Land. Das Joint Venture stellt zudem eine Herausforderung für die Vorherrschaft von Rheinmetall dar, das als deutscher Konzern weiterhin führender Lieferant von Artilleriegranaten in der westlichen Welt bleibt.
Die Genehmigung ermöglicht es Diehl Defence, seine Produktion deutlich zu steigern. Das Gemeinschaftsunternehmen wird nun mit der Herstellung von Granaten für die Bundeswehr beginnen. Durch die Einbindung von Nammo wird das Projekt die inländischen Fertigungskapazitäten Deutschlands im Verteidigungsbereich weiter stärken.
