Erzbischof Burger fordert mehr Dialog in zerrissener Gesellschaft
Gretel BirnbaumErzbischof Burger fordert mehr Dialog in zerrissener Gesellschaft
Erzbischof Stephan Burger hat zu mutigem Handeln aufgerufen, um den Zusammenhalt in einer zerrissenen Gesellschaft zu stärken. Bei einem Neujahrsempfang des Erzbistums Freiburg warnte er vor wachsenden Spaltungen und forderte eine erneuerte Bereitschaft zum Dialog. An der Veranstaltung nahmen Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kirche teil, begleitet von einem Chor der Klosterschule vom Heiligen Grab.
Burger kritisierte eine sich verschlechternde gesellschaftliche Stimmung, geprägt von erhitzten Debatten, steigendem Antisemitismus und einer Sprache, die Gräben vertieft. Solche Entwicklungen gefährdeten demokratische Werte, betonte der Erzbischof, und mahnte zu mehr Einheit.
Als Weg aus der Krise schlug Burger Synodalität vor – ein Modell, das auf Zuhören, Teilhabe und gemeinsame Verantwortung setzt. Dieser Ansatz könne sowohl der Kirche als auch der Gesellschaft helfen, Polarisierung zu überwinden. Mit Blick auf die Zukunft des Erzbistums kündigte er die Gründung von 36 neuen Pfarrgemeinden im Rahmen der Initiative Kirchenentwicklung 2030 an. Die Umstrukturierung, die am 1. Januar 2026 in Kraft treten soll, zielt darauf ab, neue Wege des Glaubens und des Engagements zu eröffnen. Zwar blieben Details zur Leitung der neuen Gemeinden noch offen, doch zeigte sich Burger zuversichtlich. Zudem unterstrich er die Bedeutung internationaler Solidarität und verwies auf die 40-jährige Partnerschaft des Erzbistums mit der Kirche in Peru. Solche langfristigen Kooperationen, so Burger, belegten die Kraft nachhaltiger Zusammenarbeit.
Die Ansprache des Erzbischofs fällt in eine Zeit wachsender sozialer Spannungen. Sein Plädoyer für Synodalität und Pfarrreformen deutet auf ein Bestreben nach tieferer Verbundenheit innerhalb der Kirche hin. Die neuen Gemeinden sowie die fortlaufenden globalen Partnerschaften werden den Weg des Erzbistums in den kommenden Jahren prägen.
