Fastnacht in Franken: Politiker nutzen Kostüme für politische Botschaften und Schlagzeilen
Selma SchmiedtFastnacht in Franken: Politiker nutzen Kostüme für politische Botschaften und Schlagzeilen
Bayerns Politiker setzen bei der diesjährigen Fastnacht in Franken markante Akzente. Die traditionelle Veranstaltung bot auch in diesem Jahr wieder eine Bühne für prominente Persönlichkeiten, die mit aufwendigen Kostümen persönliche oder politische Botschaften transportierten. Von Suffragetten bis zu Comic-Helden – die Outfits sorgten weit über den Festcharakter hinaus für Gesprächsstoff.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gab sich als Braveheart – mit Kilt und Kriegsbemalung. Die Wahl des Kostüms deutete auf die anhaltenden Spannungen zwischen München und Berlin hin. Für das Make-up zeichnete Dirk Hirsch verantwortlich, der Leiter der Kostümabteilung des Staatstheaters Nürnberg.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt setzte auf eine humorvollere Note und erschien als Lucky Luke – mit der typischen Haartolle des Comic-Helden und einer Banane, die wie ein Revolver am Gürtel steckte.
Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, nutzte ihr Kostüm, um auf Frauenrechte aufmerksam zu machen. Als Suffragette forderte sie eine stärkere politische Teilhabe von Frauen. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hingegen verband ihr Outfit mit ihrem politischen Wirken: In einem meeresinspirierten Kostüm lenkte sie den Fokus auf die Meeresforschung und den Umweltschutz. Ihr Mann, Oliver Bär, scherzte, sie müsse sich nicht als Rakete verkleiden – sie bewege sich ohnehin schon in diesem Tempo.
Die 2019 gestartete Kampagne "Bayern ruft", die die politische Repräsentation von Frauen fördern soll, zeigt bisher jedoch kaum messbare Erfolge. Daten dazu, ob sie die Zahl der Kandidatinnen bei Landes- oder Kommunalwahlen erhöht hat, liegen nicht vor.
Die Gala verband Humor mit ernsten Themen – von Regionalpolitik bis zur Gleichberechtigung. Während die Kostüme für Schlagzeilen sorgten, unterstrich die Veranstaltung auch die anhaltenden Debatten über Repräsentation und Politikgestaltung. Unklar bleibt, welche langfristige Wirkung Initiativen wie "Bayern ruft" entfalten werden.
