Filmförderung: Koalition einigt sich auf umstrittene Investitionsregeln für Streamingdienste
Sandro GuteFilmförderung: Koalition einigt sich auf umstrittene Investitionsregeln für Streamingdienste
Die deutsche Koalitionsregierung hat sich auf einen Kompromiss zu neuen Investitionsregeln für die Filmbranche geeinigt. Das Abkommen soll die Finanzierung stärken und die Zukunft des Sektors sichern. Kritiker warnen jedoch, dass die aktuellen Vorschläge hinter den Erwartungen zurückbleiben könnten.
Die Koalition plant, eine Investitionsquote von acht Prozent für Streamingdienste und Sender einzuführen. Einige halten diesen Wert für zu niedrig und verweisen auf das französische Modell mit einer 20-Prozent-Marke als stärkeres Vorbild. Bedenken gibt es auch hinsichtlich schwacher Durchsetzungsmechanismen und einer Opt-out-Klausel im Gesetzentwurf.
Sven Lehmann, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien, betonte, dass das Gesetz echte Investitionen bewirken müsse – und nicht nur symbolische Veränderungen. Die Koalition hat sich von dem früheren Vorschlag Wolfram Weimers distanziert, der auf freiwillige Absprachen mit Streamingplattformen setzte. Stattdessen setzt man nun auf verbindliche Regelungen.
Um die Position Deutschlands in der globalen Filmproduktion zu stärken, drängen Abgeordnete auf klarere Compliance-Maßnahmen und bessere Steueranreize. Ziel ist es, das Land international wettbewerbsfähiger zu machen. Der Gesetzgebungsprozess soll zügig beginnen und der Branche dringend benötigte Planungssicherheit geben.
Das neue Gesetz wird Streamingdienste und Sender verpflichten, einen festen Prozentsatz ihrer in Deutschland erzielten Einnahmen in die lokale Filmproduktion zu investieren. Falls verabschiedet, ersetzen die Regeln frühere freiwillige Vereinbarungen. Die Branche wartet nun auf die finale Gesetzesfassung, um die tatsächlichen Auswirkungen bewerten zu können.






