14 March 2026, 06:28

Frauenanteil im baden-württembergischen Landtag steigt leicht – doch Parität bleibt fern

Drei Frauen in traditioneller Kleidung halten ein Schild mit der Aufschrift "Frauenwahlrecht: Die Frauensozial- und politische Union" gegen einen hellblauen Himmel mit weißen Wolken.

So viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Frauenanteil im baden-württembergischen Landtag steigt leicht – doch Parität bleibt fern

Baden-Württembergs jüngste Landtagswahl brachte leichten Anstieg der Frauenvertreterinnen

Bei der kürzlichen Landtagswahl in Baden-Württemberg stieg der Frauenanteil leicht an. Die Grünen errangen mit 30,2 Prozent der Stimmen einen knappen Sieg, knapp vor der CDU, die auf 29,7 Prozent kam. Hinter den Kulissen sollte eine Wahlrechtsreform die Art und Weise verändern, wie Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt werden – und wer letztlich nominiert wird.

Vor 2021 kontrollierten vor allem lokale Parteigliederungen die meisten Kandidaturen. Dieses System begünstigte oft langjährige männliche Politiker und erschwerte es Frauen, sich durchzusetzen. Die Reform änderte dies, indem sie den Landesverbänden der Parteien mehr Mitsprache bei der Aufstellung einräumte – insbesondere, um die Geschlechterbalance zu verbessern.

Die ersten zehn Plätze auf den Landeslisten von Grünen, CDU und SPD wurden paritätisch zwischen Männern und Frauen aufgeteilt. Andere Parteien hielten sich weniger konsequent an dieses Muster. Insgesamt stellen Frauen nun 33,8 Prozent der Abgeordneten im neuen Landtag – ein leichter Anstieg gegenüber 32,9 Prozent in der vorherigen Legislaturperiode.

Die Grünen, die insgesamt 56 Sitze errangen, erreichten einen Frauenanteil von 50 Prozent – 28 von 56 Abgeordneten. Ihre Kombination aus 13 Direktmandaten und 43 Listenplätzen half, diese Balance zu schaffen. Die CDU, deren 56 Sitze sämtlich Direktmandate waren, kommt auf etwa 16 Frauen, was 28,6 Prozent entspricht. Die SPDs 10 Listenplätze umfassten fünf Frauen, während die AfD bei 35 Sitzen (ein Direktmandat, 34 Listenplätze) nur vier Frauen stellt – ein Anteil von 11,4 Prozent.

Die Reform hat zwar zu einem leichten Anstieg der Frauenvertreterinnen geführt, doch die Ergebnisse fallen je nach Partei unterschiedlich aus. Während die Grünen fast Parität erreichten, hinken andere hinterher. Da die Landesverbände nun mehr Einfluss auf die Kandidatennominierungen haben, wird die langfristige Wirkung auf die Geschlechtergerechtigkeit davon abhängen, wie sie diese Macht nutzen.

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