Freiburgs Siegessäule kehrt nach Jahrzehnten an historischen Standort zurück
Sandro GuteFreiburgs Siegessäule kehrt nach Jahrzehnten an historischen Standort zurück
Freiburg verlegt sein Siegessäule zurück an den ursprünglichen Standort – nach Jahrzehnten autogerechter Stadtplanung
Die Entscheidung folgt auf jahrelange Debatten darüber, wie die Stadt ihre öffentlichen Räume nutzt. Auch die deutsche Energiewende hat Politiker offener dafür gemacht, die Anliegen der Bürger in städtischen Fragen ernst zu nehmen.
Die Siegessäule war 1871 am Ende einer Fußgängerzone aufgestellt worden, um an den Sieg Deutschlands über Frankreich zu erinnern. Doch in den 1950er- und 1960er-Jahren wurde sie um 100 Meter versetzt, um Platz für den wachsenden Autoverkehr zu schaffen. Dieser Wandel spiegelte einen größeren Trend wider: Bereits in den 1920er-Jahren hatten US-Autobauer sogar den Begriff "jaywalking" populär gemacht, um Fußgänger davon abzuhalten, Straßen frei zu überqueren.
Freiburg unternahm 1992 erste Schritte, um die Vorherrschaft des Autos einzudämmen, indem es die Innenstadt für den Verkehr sperrte. Dennoch blieben die Straßen oft autofreundlicher als menschenfreundlich. Erst kürzlich verwandelte die Stadt eine vierspurige Straße zwischen Bibliothek und Universität in eine Fußgängerzone.
Nun soll die Rückkehr des Denkmals an seinen ursprünglichen Platz in einer öffentlichen Diskussion entschieden werden. Ein Freiburger Bürger wies darauf hin, dass sich die Franzosen nie an der Prominenz des Monuments gestört hätten. Stattdessen dreht sich die Debatte darum, wie Freiburg Geschichte, Mobilität und öffentlichen Raum in Einklang bringt.
Die Verlegung der Siegessäule markiert einen Wandel in den Prioritäten der Stadtplanung. Nach Jahrzehnten autozentrierter Gestaltung überlässt Freiburg seinen Bürgern nun die Mitgestaltung der Zukunft ihrer Straßen. Die Entscheidung wird Maßstäbe setzen, wie die Stadt künftig mit ähnlichen Fragen umgeht.






