Lieferkettengesetz: SAP-Lösungen helfen – doch Kritiker monieren versteckte Kosten
Gretel BirnbaumLieferkettengesetz: SAP-Lösungen helfen – doch Kritiker monieren versteckte Kosten
Deutschlands Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ist zu Jahresbeginn in Kraft getreten. Derzeit gilt das Gesetz für Unternehmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten, ab 2024 wird es jedoch auf Firmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitenden ausgeweitet. Unternehmen müssen nun sicherstellen, dass ihre Geschäftsprozesse strenge Compliance-Vorgaben erfüllen – andernfalls drohen finanzielle Sanktionen.
Nach dem LkSG sind Unternehmen verpflichtet, ein Risikomanagementsystem einzurichten und regelmäßige Risikoanalysen durchzuführen. Diese Maßnahmen, die in den Paragrafen 4 und 5 des Gesetzes festgeschrieben sind, erfordern die Integration in bestehende Enterprise-Resource-Planning(ERP)-Systeme. Bei Nichteinhaltung können empfindliche Bußgelder verhängt werden.
SAP hat Lösungen eingeführt, um Unternehmen bei der Erfüllung dieser Pflichten zu unterstützen. Über seine SAP-Lieferantenmanagement-Produkte aus dem Ariba-Portfolio bietet das Unternehmen Tools für die LkSG-Berichterstattung an – und zwar ohne zusätzliche Kosten für bestehende Kunden. Dana Rösiger, eine SAP-Sprecherin, bestätigte diese Unterstützung und betonte die nahtlose Integration für Nutzer, die bereits Ariba einsetzen.
Doch nicht alle Branchenvertreter teilen SAPs Vorgehen. Thomas Henzler, Vorstandsmitglied der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), kritisierte, dass das Unternehmen zusätzliche Produkte wie Ariba Risk Management bewerbe. Diese erforderten separate Lizenzen und einen erheblichen Implementierungsaufwand, was für Unternehmen zusätzliche Kosten bedeute. Henzler argumentierte, dass die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben nicht als Vehikel für den Verkauf weiterer SAP-Produkte dienen dürfe – insbesondere dann, wenn es Unternehmen lediglich um die Erfüllung grundlegender rechtlicher Anforderungen gehe.
Über das Risikomanagement hinaus empfiehlt SAP auch Ariba Supplier Lifecycle and Performance für die konsistente Pflege von Lieferantendaten. Zwar zielen diese Tools darauf ab, Compliance-Prozesse zu vereinfachen, doch bleibt umstritten, ob sie Unternehmen, die sich bereits mit neuen Regularien auseinandersetzen müssen, unnötig belasten.
Das LkSG stellt deutsche Unternehmen vor strenge Compliance-Anforderungen – bei Verstößen drohen Konsequenzen. SAPs Lösungen bieten zwar einen Weg für Nutzer seiner ERP-Systeme, doch kritisieren Beobachter die damit verbundenen Zusatzkosten. Ab dem nächsten Jahr müssen sich noch mehr Firmen anpassen, wenn der Geltungsbereich des Gesetzes weiter ausgedehnt wird.






