09 March 2026, 12:14

Grüne Jugend fordert radikale Wende von Özdemir in Baden-Württemberg

Ein Plakat mit fetter schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund trägt die Aufschrift "Kindera(r)beit ist eine nationale Geißel - Sollen wir die Industrie das Land fesseln lassen?", das eine bunte Gruppe von Menschen zeigt, die gemeinsam stehen.

Grüne Jugend stellt Forderungen an Özdemir - Grüne Jugend fordert radikale Wende von Özdemir in Baden-Württemberg

Die Grüne Jugend in Baden-Württemberg stellt radikale Forderungen vor der Regierungsbildung

Vor der anstehenden Bildung der Landesregierung in Baden-Württemberg hat die Grüne Jugend eine Reihe mutiger Forderungen vorgelegt. Im Visier stehen dabei Cem Özdemir, der voraussichtliche nächste Ministerpräsident, sowie grundlegende Kurswechsel in der Wohnungs-, Klimaschutz- und Rechtsextremismus-Politik. Die Haltung der Jugendorganisation spiegelt wachsende Spannungen innerhalb der Grünen über die künftige Ausrichtung und Prioritäten wider.

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Die Grüne Jugend stellt sich offen gegen Cem Özdemir, einen der bekanntesten Grünen-Politiker und aktuellen Bundeslandwirtschaftsminister. Zwar kann Özdemir auf eine lange sozialpolitische Bilanz verweisen – etwa seine Unterstützung für den Mindestlohn in der Bundesregierung 2013–2017 oder die Ausweitung von Kindergeld und Wohngeldzuschüssen in Baden-Württemberg während seiner früheren Ämter –, doch sein Einfluss auf die Mietenregulierung blieb begrenzt. Die Mietpreisbremse, ein 2015 eingeführtes und 2022 verlängertes Bundesgesetz, fiel in den Zuständigkeitsbereich der Wohnungsbaupolitik, nicht in seinen Ressortbereich. Nun fordert der Jugendverband von ihm, sich im Falle seiner Wahl zum Ministerpräsidenten zu schärferen Mietregulierungen zu verpflichten.

In der Migrationspolitik lehnt die Gruppe Pläne für "Sekundäre Migrationszentren" sowie Verschärfungen im Asylrecht ab. Zudem soll der Bundesrat prüfen, ob die rechtspopulistische AfD verboten werden kann. Ein weiteres zentrales Thema bleibt die Klimapolitik: Gefordert wird ein verbindlicher Fahrplan zur Klimaneutralität bis 2040.

Eindeutig abgelehnt wird von der Grünen Jugend eine künftige Rolle für Boris Palmer, den umstrittenen ehemaligen Grünen-Oberbürgermeister von Tübingen. Ihre Position ist klar: Er darf in der nächsten Landesregierung weder als Minister noch als Berater eingesetzt werden.

Die Forderungen setzen Özdemir und die gesamte Partei unter Druck, vor der Regierungsbildung progressivere Positionen einzunehmen. Würden die Vorschläge umgesetzt, hätten sie weitreichende Folgen für die Wohnungs-, Klima- und Migrationspolitik in Baden-Württemberg. Die kompromisslose Haltung der Jugendorganisation zeigt: Innerhalb der Grünen wächst der Wille zu schnelleren und entschlosseneren Reformen.

Quelle