14 March 2026, 06:28

Günther Jauch kauft Loriots historisches Haus am Starnberger See

Eine alte Zeitungsanzeige für ein Hotel in Leipzig, Deutschland, mit einem Bild des Gebäudes, Bäume, Menschen und beschreibendem Text.

Günther Jauch kauft Loriots historisches Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Wohnhaus von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Das Anwesen gehörte einst dem legendären Komiker, der unter seinem Künstlernamen Loriot weltbekannt wurde. Jauch bewundert seit Langem Loriots scharfen Witz – eine Vorliebe, die möglicherweise seine Entscheidung für den Kauf des Hauses beeinflusst hat.

Der Erwerb fügt Jauchs Portfolio ein weiteres kulturelles Juwel hinzu, nachdem er bereits am Wiederaufbau des Marmorpalais in Potsdam mitgewirkt hatte.

Vicco von Bülow, mit vollem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie. Ihr Wappen zierte ein goldener Pirol – der Vogel, der Loriot zu seinem berühmten Pseudonym inspirierte. Bereits in den 1950er-Jahren machte er mit humorvollen Büchern wie Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft und Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestricks von sich reden.

Später folgten zwei seiner beliebtesten Filme: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann in einer Hauptrolle. Trotz der häuslichen Handlung wurden keine Szenen in seinem Haus am Starnberger See gedreht. Stattdessen diente das Münchner Hotel Vier Jahreszeiten als Kulisse, Innenaufnahmen entstanden im Studio, und für die Außenaufnahmen von Ödipussi sprang das Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure ein.

In Pappa ante Portas beginnt die Geschichte mit der Entlassung Heinrich Lohses aus dem Axel-Springer-Hochhaus in Berlin, die eine Kette von Missgeschicken für seine Familie auslöst. Loriots Talent, aus kleinen Pannen eine eskalierende Katastrophe zu machen, zeigte sich auch in seinem Sketch Zimmerverwüstung von 1976, in dem ein harmloser Unfall völlig außer Kontrolle gerät.

Obwohl sein Haus am Starnberger See nie Filmkulisse war, blieb es bis zu seinem Tod ein privater Rückzugsort für den Komiker. Nun, unter Jauchs Besitz, schreibt das Anwesen Loriots Erbe in einem neuen Kapitel fort.

Der Verkauf markiert eine neue Ära für das historische Seegrundstück und verbindet zwei prägende Persönlichkeiten der deutschen Kultur. Jauchs Engagement für den Erhalt von Denkmälern lässt erwarten, dass das Anwesen mit großer Sorgfalt bewahrt wird. Loriots Filme und Sketche hingegen bleiben weiterhin ein Quell der Unterhaltung – auch wenn sein berühmtes Zuhause nie Teil ihrer Entstehung war.

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