Hitziger Endspurt: Grünen und CDU liefern sich Duell um Baden-Württemberg
Gretel BirnbaumCDU und Grüne tauschen Vorwürfe im Endspurt vor der Wahl in Baden-Württemberg - Hitziger Endspurt: Grünen und CDU liefern sich Duell um Baden-Württemberg
Die letzten Tage des Wahlkampfs zur Landtagswahl in Baden-Württemberg sind zunehmend hitziger geworden. Die Grünen und die CDU liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, beide Parteien liegen in den Umfragen bei 28 Prozent. Vorwürfe wegen Schlammschlachten und Desinformation prägen die Schlussphase vor der Abstimmung am 8. März.
Die CDU wirft den Grünen vor, faire Wahlkampfmethoden aufgegeben zu haben. Generalsekretär Tobias Vogt kritisierte die Grüne Jugend dafür, dass sie Anhänger aufgefordert habe, Angriffsbotschaften über den CDU-Kandidaten Manuel Hagel zu verbreiten. Konkret verwies die Gruppe auf ein umstrittenes Interview aus dem Jahr 2018, in dem Hagel sich abfällig über das Aussehen einer Studentin geäußert hatte. Vogt argumentierte, solche Taktiken überschritten im demokratischen Wahlkampf eine rote Linie.
Florian Hummel, Landesvorsitzender der Jungen Union, stellte die Wahlen 2025 als klare Entscheidung zwischen den beiden Parteien dar. Er machte die Grünen für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich und behauptete, deren Politik habe zu "drei Jahren Rezession, Massenarbeitslosigkeit und Entlassungen" geführt. Die CDU versprach, im Falle eines Wahlsiegs die Wirtschaft "zu entfesseln".
Die Grünen konterten scharf und wiesen die Vorwürfe der CDU als Desinformation zurück. Lena Schwelling, Co-Vorsitzende der Grünen, warf der CDU vor, Fake News zu verbreiten. Ein Sprecher der Grünen Jugend verteidigte die eigene Kampagne und erklärte, die Auseinandersetzung mit einer anderen Partei sei ein normaler Teil politischer Arbeit. Zudem betonten sie, Hagel sei nicht die richtige Wahl für die Wählerinnen und Wähler.
Die wirtschaftlichen Herausforderungen Baden-Württembergs – darunter Stellenstreichungen bei Unternehmen wie Mercedes und Bosch, Standortverlagerungen und steigende Energiekosten – bestehen bereits seit längerem und sind kein Ergebnis dieser Wahlen 2025. Vielmehr sind sie auf den Niedergang der Automobilindustrie und die wachsende Konkurrenz aus Asien zurückzuführen, nicht auf die Politik der Grünen. Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen, tritt gegen Hagel in einem Rennen an, dessen Ausgang völlig offen ist.
Mit dem nahenden Wahltermin müssen die Wähler in Baden-Württemberg nun entscheiden, welcher Partei sie die Führung des Landes anvertrauen. Während Grünen und CDU sich weiterhin scharf kritisieren, lastet der wirtschaftliche Druck auf dem Land. Das Ergebnis wird zeigen, ob Özdemir oder Hagel in der eng umkämpften Wahl das Rennen macht.
