25 January 2026, 02:17

„Höchst unangenehm“: Warum Besucher diese Museumsführung lieben

Ein detaillierter architektonischer Plan des Kaiser Friedrich Museums in Berlin, Deutschland, der verschiedene Räume und Merkmale mit Text beschriftet zeigt.

„Höchst unangenehm“: Warum Besucher diese Museumsführung lieben

Ein Düsseldorfer Museum setzt auf eine ungewöhnliche Führung – mit einem Guide, der Besucher bewusst beleidigt. Das Kunstpalast Museum bietet seit Mai die "Grantler-Führung" an, bei der der Schauspieler Joseph Langelinck die Gäste eine Stunde lang herablassend behandelt. Trotz der harten Tour ist das Angebot ein überraschender Erfolg: Seit dem Start sind alle Termine ausverkauft.

Die Idee stammt vom Performance-Künstler Carl Brandi, der die fiktive Figur des Joseph Langelinck verkörpert. Brandi betont, dass er die Besucher nicht direkt beschimpft, sondern sie durch scharfe Kommentare das Gefühl gibt, unwissend zu sein. Wer aufs Handy schaut oder sich setzt, muss sich einen ermahnenden Finger vor der Nase und eine Standpauke gefallen lassen.

Die Führung kostet sechs Euro und wird als "höchst unangenehm" beworben. Doch die Gäste beschreiben sie als witzig und clever – und schätzen den unkonventionellen Ansatz. Felix Krämer, Direktor des Kunstpalast, brachte das Format nach dem Vorbild von "fiesen Kellner"-Restaurants wie Karen’s Diner auf die Bühne. Während viele Museen auf interaktive und einladende Ausstellungen setzen, geht Düsseldorf einen anderen Weg: Die "Grantler-Führung" bricht mit der höflichen Museumskultur und setzt auf Konfrontation – mit überraschend unterhaltsamem Effekt.

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Der Erfolg zeigt, dass einige Besucher eine Abwechslung zur klassischen Museumsetikette zu schätzen wissen. Da jeder Termin ausverkauft ist, scheint es ein Publikum für solche frechen, humorvollen Erlebnisse zu geben. Vielleicht wird der Kunstpalast auch künftig mit ungewöhnlichen Ideen experimentieren, um Besucher anzulocken.